Den Bestseller „Tote Mädchen lügen nicht“ inszeniert der Theaterclub des Kinder- und Jugendtheaters. Premiere am 10. Juni.

Dan, Johanna, Jasmin, Lena und Anna Luca (v.l.) spielen im Stück „Tote Mädchen lügen nicht“ mit. Das Stück feiert im Juni Premiere.
Dan, Johanna, Jasmin, Lena und Anna Luca (v.l.) spielen im Stück „Tote Mädchen lügen nicht“ mit. Das Stück feiert im Juni Premiere.

Dan, Johanna, Jasmin, Lena und Anna Luca (v.l.) spielen im Stück „Tote Mädchen lügen nicht“ mit. Das Stück feiert im Juni Premiere.

Andreas Fischer

Dan, Johanna, Jasmin, Lena und Anna Luca (v.l.) spielen im Stück „Tote Mädchen lügen nicht“ mit. Das Stück feiert im Juni Premiere.

Wuppertal. 13 Gründe hat Highschool-Schülerin Hannah für ihren Selbstmord. Und die erklärt sie auf Audio-Kassetten. Ihr Mitschüler Clay findet diese Kassetten zwei Wochen nach ihrem Tod und hört, welche Verletzungen und Kränkungen Hannah durch ihn und ihre Mitschüler erfahren hat. Der Roman des amerikanischen Autors Jay Asher wurde in den USA ohne Verlagswerbung zum Bestseller. Auch in Deutschland hatte das Buch schnell viele junge Fans. Beim Internet-TV-Sender Netflix läuft gerade eine Serie aus dem Stoff. Der Jugendclub des Kinder- und Jugendtheaters bringt die Geschichte jetzt auf die Bühne.

„Bei uns geht es um die Frage: Wie gehen wir miteinander um?“

„Das ist ein Buch, dass Jugendliche beschäftigt“, weiß Regisseur Lars Emrich. Als er mit mit den 14- bis 19-jährigen Teilnehmern des Theaterkurses am Kinder- und Jugendtheater überlegte, welches Stück sie inszenieren wollen, sei schnell dieser Vorschlag gekommen. Und er sei auch davon angetan gewesen.

Hannah berichtet von vielen kleinen Geschehnissen, von bösen Gerüchten über sie, dummen Witzen, einem vermeintlich guten Platz auf der „Hot-or-Not“-Liste, von sexuellen Übergriffen, einer Vergewaltigung und einem tödlichen Unfall. All das hat sie schließlich in den Tod getrieben.

Emrich kennt auch die Warnungen davor, der Stoff könne gefährdete junge Menschen eher noch depressiver machen. „Bei uns steht der Freitod aber nicht im Zentrum“, betont er. „Bei uns geht es um die Frage: Wie gehen wir miteinander um?“ Da habe die Geschichte doch ein gute Botschaft.

Es war dann aber nicht so leicht, die Rechte für die Aufführungen zu bekommen. Erstens sei das bei amerikanischen Büchern generell schwierig, erklärt er. Für dieses war es besonders schwierig – auch weil Netflix ganz aktuell seine Serie ausstrahlt. „Ich hatte dann sogar direkt Kontakt zu dem Agenten, der für die Theaterrechte Ashers zuständig war.“ Der habe ihnen dann schließlich die Zustimmung des Autors übermittelt.

Premiere für „Tote Mädchen lügen nicht“ ist am Samstag, 10. Juni 18 Uhr, Theater im Berufskolleg Elberfeld, Bundesallee 222. Weitere Termine: 13., 23., 24. Juni, jeweils 18 Uhr. Eintritt: 4 Euro. www.kinder-jugendtheater.de

In den Theaterclubs des Kinder- und Jugendtheaters bringen Jugendliche, die Theatererfahrung haben, in zehn Monaten ein Stück auf die Bühne. Neue Kurse beginnen im September.

Mit zwölf jungen Leuten hat Emrich seit September an der Inszenierung gearbeitet. Der Zuschauer begleitet Clay dabei, die Kassetten anzuhören und dabei verschiedene Orte und Zeiten aufzusuchen, von denen Hannah auf der Kassette berichtet. Für diese unterschiedlichen Ebenen der Handlung nutzt die Produktion Projektionen und Schattenspiel auf eine Wand, die das wichtigste Gestaltungsmerkmal der einfachen Bühne ist.

Die beiden Hauptrollen Hannah und Clay werden von verschiedenen Darstellern übernommen. Auf diese Weise können alle Teilnehmer mal in eine der Rollen schlüpfen. „Das funktioniert gut“, versichert Lars Emrich. Nach diesem Prinzip arbeiteten sie im Theaterclub häufig. Wenn ein der jeweiligen Figur zugeordnetes Accessoire weitergegeben werde, sei für alle erkennbar, dass die Rolle jetzt vom nächsten Darsteller übernommen wird.

Von der TV-Serie habe er sich nicht inspirieren lassen: Die hätten mit 12 Serienteilen viel mehr Zeit. „Wir müssen eine Fassung finden, um die Geschichte in anderthalb bis eindreiviertel Stunden auf die Bühne zu bringen.“

Dreieinhalb Wochen vor der Premiere „schält sich langsam heraus, wie wir die Geschichte erzählen“, berichtet Emrich von den Proben. „Derzeit suchen wir noch die Musik aus.“ Die Jugendlichen sammelten verschiedene Songs, aus denen sie dann auswählen wollen. Lars Emrich freut sich auf die Premiere: „Ich bin selbst ganz gespannt, was herauskommt.“

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