Zwölf Stücke aus der Madrigalsammlung von Johann Hermann Schein waren zu hören.

Zwölf Stücke aus der Madrigalsammlung von Johann Hermann Schein waren zu hören.
In St. Christopherus wurden am Sonntag Stücke aus „Diletti pastorali“ präsentiert.

In St. Christopherus wurden am Sonntag Stücke aus „Diletti pastorali“ präsentiert.

Otto Krschak

In St. Christopherus wurden am Sonntag Stücke aus „Diletti pastorali“ präsentiert.

Wuppertal. Der frühbarocke Komponist Johann Hermann Schein mag vielen als Thomaskantor in Leipzig bekannt sein, als ein Vorgänger von Johann Sebastian Bach. Seine Motetten und geistlichen Konzerte sind in Kreisen der Kirchenmusik geläufig. Doch zu seiner Hinterlassenschaft zählen auch säkulare Werke. „Waldliederlein“ und „Venus Kräntzlein“ sind Beispiele dafür. In Fachkreisen gehört er mit zu den Vorreitern des weltlichen deutschen Liedes.

Auch die Madrigalsammlung „Diletti pastorali“ (Hirtenlust) gehört dazu. Zwölf der 15 Stücke daraus standen auf dem Programm des Kammerchors Elberfeld in der Kirche St. Christophorus oben auf Lichtscheid. Sie bildeten den musikalischen Teil. Die Literatur mit dem Hirtenthema gehörte auch dazu.

Vogelgezwitscher und Schafblöken

Diese Gattung heißt Bukolik, entstanden aus den sizilisch-griechischen Gesängen. „Amaryllis“ aus den „Idyllen“ des antiken griechischen Dichters Theokrit als ihr bedeutendster Vertreter wurde rezitiert wie die erste der zehn Eklogen des lateinischen Dichters und Epikers Vergil als sein ebenbürtiger Nachfolger.

Die literarische Weiterentwicklung im Barock war vertreten durch „Daphne und Chloe“ aus der Feder des Schweizer Idyllendichters Salomon Gessner (1730-1788). Hinzu kam außerdem ein friedlich gestimmter Zeus beziehungsweise Jupiter als Wettergott, der mit Wuppertal ein Einsehen hatte und für ein herrlich idyllisches Frühlingswetter sorgte. Vogelgezwitscher und Schafblöken aus der Beschallungsanlage vor dem Konzert und während der drei Lesungen zwischen der Musik trugen ebenfalls zu dem hübschen Ambiente bei. C

horleiter Georg Leisse, der auch den Chor der Konzertgesellschaft einstudiert, rezitierte Theokrit und Vergil mit klarer Diktion. Dem standen drei Christen bei Gessner in nichts nach. Die zwölf fünfstimmigen Generalbassmadrigale waren aber Mittelpunkt des kurzweiligen frühen Abends. Die 16 Sängerinnen und zehn Sänger legten sich unter Leisses engagiertem und umsichtigem Dirigat mächtig ins Zeug. Gewandt begleitet von den Continuospielerinnen Sarah Günnewig (Harfe) und Soraya Ansari am Violoncello gefielen sie mit ausdrucksstarken Stimmen. Deutlich und ausgelotet zeichneten sie die malerischen Texte nach. Ein paar Intonationsunsauberkeiten und Unsicherheiten bei Einsätzen fielen dementsprechend nicht sonderlich ins Gewicht. Für den Applaus bedankte sich der Kammerchor mit der Wiederholung des ersten Madrigals.

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