Das TiC zeigt die Psycho-Komödie „Der Vorname“.

Premiere
Ein Problem nach dem anderen landet beim Treffen der fünf Freunde auf dem Tisch.

Ein Problem nach dem anderen landet beim Treffen der fünf Freunde auf dem Tisch.

Andreas Fischer

Ein Problem nach dem anderen landet beim Treffen der fünf Freunde auf dem Tisch.

Wuppertal. Eine Psycho-Komödie in der Tradition von Yasmina Rezas „Gott des Gemetzels“ hatte im TiC-Theater an der Borner Straße Premiere. Drei Männer und zwei Frauen, die sich seit ihrer Kindheit kennen, treffen in „Der Vorname“ aufeinander. Zwei Paare, zwei Geschwister, beste Freunde. Und lauter extreme Typen: Alexander Bangen spielt den cholerischen Literaturprofessor Pierre, der sich nur für seine Bücher interessiert und andere Menschen weitgehend ignoriert. Für seine Frau Elisabeth (Jacqueline Vollmer), die sich um Kinder und Haushalt kümmert und während des Abends ein opulentes Mahl auftischt, hat er keinen Blick.

Deren Bruder Vincent stellt Robert Flanze wunderbar als unbekümmerten Lebemann dar, der gerne Scherze auf Kosten seiner Mitmenschen macht. Seine schwangere Frau Anna (Elisabeth Wahle) steht mit beiden Beinen im Leben und sagt – im Gegensatz zu Elisabeth – was sie denkt. Dazu ist noch der immer lächelnde, hilfsbereite und auf Harmonie bedachte Claude (Leon Gleser) eingeladen.

Das ausführliche Gastmahl reduziert Regisseur Raik Knorscheidt auf wenige Andeutungen und platziert die Runde auf einem Sofa. Damit fehlt dem Stück etwas das Zentrum dieses konventionellen Treffens mit Freunden bei Tisch.

Unterdrückte Konflikte brechen auf

Umso unvermittelter brechen die Fassaden der Freunde ein: Vincent verkündet, sein Sohn solle Adolphe heißen. Sofort kochen die Emotionen hoch. In den Streit um den Vornamen mischen sich unterdrückte Gefühle und Konflikte. Geheime Anschuldigungen werden laut ausgesprochen, Verdächtigungen öffentlich. Kaum hat sich die Situation beruhigt, schlägt die nächste Bombe ein.

Anders als im gleichnamigen Film nach dem Theaterstück von Alexandre de la Patellière und Matthieu Delaporte endet der Abend im TiC wenig versöhnlich: Anna und Claude flüchten, Elisabeth schließt sich im Schlafzimmer ein und Vincent verbringt die Nacht auf dem Sofa. In einer letzten Szene stecken sich Vincent und Pierre gegenseitig Geld zu – basierten die ganzen Dramen des Abends auf einer Wette?

Mit anhaltendem Applaus würdigte das Publikum die hervorragende darstellerische Leistung des Ensembles.

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