Nach fünf Jahren ist die Oper wieder das, was sie sein soll: keine Baustelle, sondern eine Spielstätte. Die Freude darüber war bei der Wiedereröffnung deutlich zu spüren. Bei aller Aufbruchstimmung darf aber nicht aus dem Blickfeld geraten, dass die Bewährungsprobe nun noch lange nicht zu Ende ist, sondern in eine neue Runde geht - unter umgekehrten Vorzeichen. Schon während der Sanierung des Opernhauses haben sich alle drei Ensembles unter einem Dach arrangiert, nun rücken sie in der Oper zusammen - so lange das Schauspielhaus renoviert wird.

Während sich Sänger und Sinfoniker über einen vergrößerten Orchestergraben freuen, stehen ihre Schauspiel-Kollegen vor einer ungewohnten Herausforderung. Für sie ist die Akustik sicherlich nicht die beste. Dazu kommt: Gerade Schauspieler brauchen die Nähe zum Publikum. Die Bedingungen für das Sprechtheater sind also denkbar ungünstig. Ob die Bühnen die Umstellung in den Griff bekommen, zeigt sich ab Samstag. Fest steht schon jetzt: Für die erwarteten Probleme müssen Lösungen gefunden werden, sonst sitzen die Zuschauer im 1. Rang akustisch und optisch im Niemandsland.

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