Die beiden Gründer des Projektes ziehen sich Ende Februar zurück. Noch ist die Nachfolge ungeklärt.

Wie es mit dem Heine-Kunst-Kiosk weitergeht, ist noch unklar.
Wie es mit dem Heine-Kunst-Kiosk weitergeht, ist noch unklar.

Wie es mit dem Heine-Kunst-Kiosk weitergeht, ist noch unklar.

Anna Schwartz

Wie es mit dem Heine-Kunst-Kiosk weitergeht, ist noch unklar.

Wuppertal. Kunst am Kiosk – das scheint sich auszuschließen. Kultur zum kurzen Genuss im Vorbeigehen ist jedoch genau das, was der Heine-Kunst-Kiosk an der Wichlinghauser Straße den Bürgern bieten wollte. Sie sollten ins Schaufenster schauen, den Schritt über die Schwelle wagen und Literatur, Malerei oder Objekte ganz unmittelbar erleben. „Wir wollten die Kunst zu den Menschen bringen“, betont Boris Meißner. „Es war uns wichtig, Ausstellungen mit Anspruch in den öffentlichen Raum zu holen und den Menschen, die vorüber gehen, einen Zugang zu ermöglichen“, ergänzt Barbara Held.

Der Aufwand ist zu groß

Gemeinsam haben sie das Projekt vor sieben Jahren begonnen, zusammen möchten sie es nun beenden. „Nach dieser Zeit ist eine gewisse Erschöpfung eingetreten. Deshalb ziehen wir uns am 29. Februar zurück“, berichtet Boris Meißner. Der Aufwand sei schlicht über zwei Köpfe hinausgewachsen. Immer wieder von Neuem die Initiative zu ergreifen, Ideen Raum zu geben, Künstler zu suchen und Sponsoren zu finden, ist organisatorisch mehr als eine Nebentätigkeit.

„Wir bedauern die Schließung sehr, die Arbeit hat uns auch viel Spaß gemacht“, sagt Barbara Held. Sie wünscht sich eine Zukunft für den Kiosk. Die ist jedoch derzeit noch ungewiss. „In den vergangenen Monaten haben wir versucht, Nachfolger aus der Kunstszene zu finden, das ist uns bisher allerdings nicht gelungen“, sagt Boris Meissner.

Der Fotograf Frank Ifang könnte sich vorstellen, die Nachfolge der beiden Künstler im Kiosk zu organisieren. „Es wäre traurig, wenn dieses Konzept an diesem besonderen Standort sang- und klanglos verschwände.“ Er habe bereits verschiedene Ideen im Kopf, müsse aber zunächst noch Gespräche führen.

„Es ist meine Hoffnung, das Projekt von mehreren Schultern tragen zu lassen. Eine Kunstvereinigung oder ein Förderverein wären eine spannende Sache und könnten dem Projekt einen Schub geben“, betont Frank Ifang. Er wohnt in Wichlinghausen und möchte das multikulturelle Gefüge vor Ort weiterhin einbinden. „Noch sind es Überlegungen, doch ich hoffe, dass sich ein Weg ergibt, den Kunst-Kiosk zu erhalten.

Boris Meißner bleiben vor allem die zahlreichen Begegnungen mit den Schülern der Städtischen Katholischen Grundschule in Erinnerung. „Das waren Kinder aus aller Welt. Sie waren neugierig, haben mit den Künstlern diskutiert und Fragen gestellt.“

Die wichtigste Erfahrung für Barbara Held war der Blick hinter die Fassaden. „Vieles hier sieht auf den ersten Blick nicht so schön aus. Doch wer dahinter schaut, sieht, wie viele Menschen sich für den Stadtteil engagieren. Das war für mich sehr ergreifend.“

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