Die Ausstellung Street Art soll wieder künstlerisches Leben ins Haus der Jugend bringen. Eröffnet wird sie am Sonntag.

Barmen
Die Tiefe des Raumes: Die meisten Kunstwerke der Ausstellung Street Art entstehen in dieser Woche vor Ort im Haus der Jugend. Offiziell eröffnet wird die Ausstellung am Sonntag um 11.30 Uhr.

Die Tiefe des Raumes: Die meisten Kunstwerke der Ausstellung Street Art entstehen in dieser Woche vor Ort im Haus der Jugend. Offiziell eröffnet wird die Ausstellung am Sonntag um 11.30 Uhr.

Andreas Fischer

Die Tiefe des Raumes: Die meisten Kunstwerke der Ausstellung Street Art entstehen in dieser Woche vor Ort im Haus der Jugend. Offiziell eröffnet wird die Ausstellung am Sonntag um 11.30 Uhr.

Barmen. „Außerhalb ist es illegal, hier ist es Kunst. Das ist ein Widerspruch, der sich nicht lösen lässt.“ Rik Reinking bringt auf den Punkt, woran sich wieder viele reiben dürften. Schon 2007 hat der Kurator im Auftrag des Von der Heydt-Museums Straßenkunst in die Barmer Kunsthalle geholt.

„Die Künstler sollen die weißen Wände richtig vollsauen.“

Gerhard Finckh, Museums-Chef

Während andere beim Stichwort „Street Art“ womöglich die Nase rümpfen und vor allem an Schmierereien an öffentlichen Wänden denken, strahlen Reinkings Augen, wenn er sieht, wie 13 Künstler der internationalen Street-Art-Szene seit Montag durch das Haus der Jugend Barmen wirbeln. „Es ist schön, die Werke wachsen zu sehen.“

Die Installationen, Wandbilder und Skulpturen wachsen nicht etwa in den Himmel, sondern unter kühlem Neonlicht. Ob das die idealen Voraussetzungen für Graffiti-Künstler sind? Gerhard Finckh ist fest davon überzeugt. Der Chef des Von der Heydt-Museums hofft, dass die glorreichen 13, die Reinking nach Barmen eingeladen hat, die Richtigen sind, um aus der sterilen Umgebung einen farbenfrohen Ort der Begegnung zu machen.

„Das Haus wurde ja zwei Jahre lang renoviert“, erklärt Finckh. „Als wir uns überlegt haben, mit welcher Ausstellung wir Wiedereröffnung feiern, habe ich gedacht: Wie werden die frisch gestrichenen Räume unter den neuen Neonlicht-Decken wohl aussehen? Langweilig!“ Und weil Finckh jemand ist, der „junge Leute für junge Kunst begeistern möchte“, darf auch die Wortwahl des Direktors entsprechend locker sein: „Die Künstler sollen die weißen Wände richtig vollsauen, so dass hier wieder Leben entsteht.“ Den Auserwählten muss er das nicht zweimal sagen. Aus Kapstadt, London oder Paris sind sie angereist, um in Barmen Farbe zu bekennen. Nach der Vernissage am Sonntag geht es für sie direkt weiter – nach Asien, Brasilien oder Dänemark. Auch dies steht jetzt schon fest: Die Spuren, die sie hinterlassen, werden im September wieder verwischt. 

Nach der ersten Street-Art-Ausstellung vor vier Jahren setzt das Von der Heydt-Museum erneut auf die zeitgenössische Wandmalerei. Die Werke sind vom 8. Mai bis zum 25. September dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr zu sehen.

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