Das Von der Heydt-Museum steht zu „Freiheit, Macht und Pracht“. Meisterwerke lassen das 17. Jahrhundert neu erblühen.

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Ein Besuch lohnt sich: Im Von der Heydt-Museum sind seit Sonntag insgesamt 150 Gemälde niederländischer Maler zu sehen.

Ein Besuch lohnt sich: Im Von der Heydt-Museum sind seit Sonntag insgesamt 150 Gemälde niederländischer Maler zu sehen.

Andreas Fischer

Ein Besuch lohnt sich: Im Von der Heydt-Museum sind seit Sonntag insgesamt 150 Gemälde niederländischer Maler zu sehen.

Wuppertal. Für Gerhard Finckh ist es die perfekte Urlaubsvorbereitung: "Bevor die Wuppertaler in den Sommerferien nach Holland fahren, sollen sie sich hier erstmal die Kunst ihrer Nachbarn ansehen." Mit dem gewohnten Charme reagiert der Direktor des Von der Heydt-Museums auf die Frage, weshalb eine so prunkvolle Ausstellung wie die der Niederländer ausgerechnet in die Sommerpause fällt. Der Startschuss fiel am Sonntag - also noch rechtzeitig vor den großen Ferien. Holland-Fahrern (und nicht nur ihnen) bleibt damit genug Zeit, um sich in malerischer Art und Weise auf den Urlaub einzustimmen.

Dabei muss man nicht unbedingt ein bekennender Holland-Liebhaber sein, um sich von den Meisterwerken beeindrucken zu lassen, die bis zum 23. August in Elberfeld zu Hause sind. Das "Goldene Zeitalter" lässt in schillernden Farben grüßen: 150 Gemälde berühmter Maler hat Kuratorin Nicole Hartje-Grave zusammengetragen. Peter Paul Rubens, Anthonis van Dyck und Pieter Brueghel dürfen da natürlich nicht fehlen, auch Jan van Goyen, Jan Steen und Pieter de Hooch sind vertreten.

"Die Ausstellung ist nur in Wuppertal zu sehen."

Gerhard Finckh, Museumsleiter

Das allein wäre schon eine Zeitreise wert. Doch Finckh blickt nicht nur zurück ins 17. Jahrhundert, sondern auch mit Stolz nach vorne: "Die Ausstellung ist nur in Wuppertal zu sehen", betont der Hausherr, der "Freiheit, Macht und Pracht" feiert. Andere Museen hätten eine solch prachtvolle Präsentation vermutlich auf Tour geschickt, um sich bundesweit zu schmücken. Warum macht es Finckh nicht? "Weil ich in anderen Museen so meine Erfahrungen gemacht habe. Da hatte ich auch tolle Ausstellungen. Die wanderten dann weiter - in andere renommierte Häuser. Und genau das war das Problem: Die Leute sollen die Ausstellung nicht in Hamburg oder München ansehen, sie sollen hierher kommen - nach Wuppertal."

Dass die Ausstellung in und für Elberfeld konzipiert wurde, hat außerdem den Vorteil, dass sie exakt auf die Räume zugeschnitten ist. "Wir mussten also keine Kompromisse eingehen", erklärt Finckh, der viele Stücke aus privaten Sammlungen zeigt, die zum ersten Mal öffentlich zu sehen sind. Neu ist auch, dass das "Goldene Zeitalter" in Elberfeld durchaus Schattenseiten hat: Die Sonder-Schau führt vor Augen, dass glänzende Herrscher-Porträts und blumige Stillleben genauso zum 17. Jahrhundert gehörten wie düstere Kriegsszenen und blutige Unabhängigkeitskämpfe. Ein Besuch lohnt - auch nach dem Holland-Urlaub.

Bisher konnten sich Gäste entscheiden: Wer die Dauerausstellung bewundern wollte, zahlte 3 Euro. Wer die aktuelle Wechsel-Schau besuchen wollte, musste 6 Euro auf den Tisch legen. Künftig soll es nur noch ein Kombi-Ticket geben - ab 7. Juli kostet der Eintritt für das gesamte Museum dann 9 Euro. Die Verwaltung begründet dies damit, dass verschiedene Kartenarten organisatorisch schwerer zu handhaben seien, und erwartet eine "Erleichterung der Ticketkontrolle".

Möglichkeiten, sich durch das Museum führen zu lassen, gibt es verschiedene - innerhalb oder außerhalb der regulären Öffnungszeiten. Im Einzelfall gilt: Die Preise für Führungen werden erhöht. Begründet wird dies mit "allgemeinen Honorarsteigerungen" der Museumsführer. Neu ist auch, dass man im Museum nicht mehr heiraten kann. Die Änderungen wurden bereits im Kulturausschuss abgesegnet. Das letzte Wort hat nun der Rat. (thö)

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