Das Von der Heydt-Museum setzt auf Pierre Bonnard – und auf Aktbilder. Mit Hochdruck wird an zwei großen Sonderausstellungen gearbeitet.

wza_1500x1209_607981.jpeg
Leuchtendes Kolorit und nackte Tatsachen: 1932 malte Pierre Bonnard „Das Frühstück – Le déjeuner“

Leuchtendes Kolorit und nackte Tatsachen: 1932 malte Pierre Bonnard „Das Frühstück – Le déjeuner“

Etwa zur selben Zeit, um 1930, fotografierte Gerhard Riebicke ein „Paar beim Ausdruckstanz“ Beide Werke werden in diesem Jahr im Von der Heydt-Museum ausgestellt.

Bild 1 von 2

Leuchtendes Kolorit und nackte Tatsachen: 1932 malte Pierre Bonnard „Das Frühstück – Le déjeuner“

Wuppertal. Das neue Jahr bringt Farbe in den Wuppertaler Alltag. So viel steht jetzt schon fest. Zwar jagt in der Monet-Schau derzeit ein Besucherrekord den nächsten. Doch schon kündigt sich ein ganz anderer Höhepunkt an. Denn: Der "Magier der Farbe" kommt nach Elberfeld. Dass er diesen Titel verdient, kann Pierre Bonnard im Von der Heydt-Museum beweisen - dort sollen seine Werke "Dialoge" entfachen.

Zwar fließt bis zur Ausstellungseröffnung am 14. September noch einiges Wasser die Wupper hinunter. Eine Welle der Vorfreude beflügelt das Museumsteam aber schon jetzt. Schließlich wird mit Bonnard "die Reihe der großen und außergewöhnlichen Ausstellungen mit bekannten französischen Malern" fortgesetzt, wie Sprecherin Beate Eickhoff betont.

Pierre Bonnard: Die Wandlung
vom Anfänger zum Individualisten

Damit steht Bonnard in bester Gesellschaft: Er folgt auf Auguste Renoir und Claude Monet, der noch bis zum 28. Februar im Museum am Turmhof gefeiert wird. Ab September ziehen dann sinnliche Kompositionen in die Ausstellungsräume, die "Balsam für die Seele" sein sollen, wie es im Museum heißt. Es bleibt also französisch: Bonnard fand seine Motive vor allem in Paris, der Normandie und der Côte d’Azur.

Mehr als 120 Gemälde, Zeichnungen und Graphiken verspricht die Sonderschau. Darunter sind Leihgaben aus namhaften Museen, aber auch selten ausgestellte Stücke aus Galerien und Privatsammlungen aus aller Welt. Die Bilder dürften wahre Wohlgefühle auslösen - zeigen sie doch den französischen Alltag als eine Mischung aus Glück, Sorglosigkeit und Entspannung.

Wer eine blühende Phantasie hat, kann es sich schon jetzt in den schönsten Farben ausmalen: Üppig blühende Gärten, sommerliche Terrassen und lichterfüllte Landschaften ziehen in die Museumsräume ein - natürlich nicht einfach so, sondern mit einem festen Konzept.

Die Ausstellung "Dialoge" ist vom 14. September 2010 bis zum 30. Januar 2011 zu sehen. Pierre Bonnard (1867-1947) gilt als ein Magier der Farbe. Der französische Maler und Graphiker bevorzugte ein leuchtendes Kolorit und ungewöhnliche Blickwinkel.

Wie vielfältig die Spuren sind, die die Körperfotografie im 19. und 20. Jahrhundert hinterlassen hat, zeigt sich vom 1. Juni bis zum 15. August. Präsentiert werden Beispiele aus der "Sammlung Fotografie" im Münchner Stadtmuseum. Nähere Infos: Telefon 563 6231.

Die Ausstellung zeigt Bonnards "Weg vom talentierten Anfänger, der mit dem Impressionismus groß geworden ist und als Mitglied der Künstlergruppe ,Nabis’ bekannt wurde, bis zum Individualisten, der sich schwer einordnen lässt".

Ausgeliehen bis April: Die Sammlung
freut sich auf Rückkehrer

Bevor die französische Leichtigkeit Einzug hält, gibt es ein Kontrastprogramm mit englischem Übertitel: Hinter "Nude Visions" verbergen sich nackte Tatsachen. Wie sich die Aktfotografie im 19. und 20. Jahrhundert entwickelt hat, zeigt sich von Juni bis August - in den Sommermonaten wird der Blick darauf gelenkt, was "150Jahre Körperbilder in der Fotografie" bewirkt haben.

Beate Eickhoff freut sich aber nicht nur auf die beiden Sonderausstellungen. "Ein wichtiges Ereignis wird die Rückkehr der Sammlung sein", sagt sie mit Blick auf das Jahr 2010.

Bekannte Werke, darunter viele expressionistische, waren lange ausgeliehen und werden derzeit in einer großen Sonderausstellung in Paris präsentiert - als Dank für Monets Meisterwerke, die Gerhard Finckh, Leiter des Von der Heydt-Museums, zum Teil nur im Tauschgeschäft nach Wuppertal holen konnte. Im April kehren die ausgeliehenen Schätze zurück und können dann auch wieder dort bewundert werden, wo sie hingehören: in Elberfeld.

 

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer