Der Verein richtet zusammen mit Maresa Lühle einen Fachbereich „Darstellende Kunst“ ein und erweitert die Design-Sparte.

Christa Müller-Schlegel leitet den Wuppertaler Verein.
Christa Müller-Schlegel leitet den Wuppertaler Verein.

Christa Müller-Schlegel leitet den Wuppertaler Verein.

Mathias Kehren

Christa Müller-Schlegel leitet den Wuppertaler Verein.

Wuppertal. "Ich lebe von Visionen. Ich stelle mir vor, dass sich etwas entwickelt, und dann ist auch das Geld da." Christa Müller-Schlegel ist die 1. Vorsitzende der Wuppertaler Abteilung des Verbandes der Gemeinschaften der Künstlerinnen und Kunstförderer (Gedok). Der bundesweite Verein fördert professionelle Künstlerinnen aller Sparten: Musikerinnen, Literatinnen und Frauen, die in der Angewandten und Bildenden Kunst erfolgreich sind.

"Ich lebe von Visionen."

Christa Müller-Schlegel, Gedok-Vorsitzende

Obwohl in diesem Jahr 25 Prozent der kommunalen Mittel für den Verein gestrichen wurden - vorher erhielt er von der Stadt jährlich 2000 Euro - und die Zahl der Förderer seit Jahren bei rund 150 stagniert, baut Müller-Schlegel den Verein getreu ihrem Motto weiter aus.

So soll nun ein neuer Fachbereich Darstellende Kunst eingerichtet werden. Mit Maresa Lühle, Ensemble-Schauspielerin der Wuppertaler Bühnen, konnte die Gedok dafür eine bekannte Persönlichkeit gewinnen. Lühle soll den Fachbereich leiten und auch junge Schauspielerinnen als Mitglieder anwerben - bislang ist sie nämlich die einzige Künstlerin in dem Fachbereich.

"Wir stehen noch ganz am Anfang", sagt Müller-Schlegel. Ihr ist es wichtig, dem Wuppertaler Schauspiel-Ensemble keine Konkurrenz zu machen. Deswegen konzentriert sie sich vor allem auf den Nachwuchs aus der Region.

Ein Schwerpunkt des gemeinnützigen Vereins liegt auf der spartenübergreifenden Arbeit, bei der die verschiedenen Fachgruppen miteinander kooperieren. So könnten Schauspielerinnen Werke von Gedok-Autorinnen vortragen und szenische Lesungen der Darstellenden Kunst könnten von Musikerinnen des Vereins mitgestaltet werden.

Die Gedok Wuppertal hat sich zu einer der aktivsten Gruppen in Deutschland entwickelt und zählt heute 260 Mitglieder, allein rund 150 Mitglieder sind Kunstfreunde und Kunstförderer. Die Gruppe der 110 Künstlerinnen setzt sich zusammen aus den Fachbereichen Angewandte und Bildende Kunst, Musik und Literatur.

Marisa Lühle eröffnet die neue Gruppe "Darstellende Kunst" mit einer szenischen Lesung: Die Wuppertaler Ensemble-Schauspielerin stellt "Das kunstseidene Mädchen" von Irmgard Keun am Donnerstag, 20. August, um 19.30 Uhr in der Citykirche am Elberfelder Kirchplatz vor. Karten gibt es an der Abendkasse.

Die Darstellungsform Tanz schließt Müller-Schlegel in der neuen Fachgruppe ebenfalls nicht aus, auch wenn zur Zeit die Übungsräume dafür fehlen.

Noch eine weitere Neuerung steht dieses Jahr auf dem Programm der Gedok Wuppertal: "Wir wollen die Angewandte Kunst öffnen und erweitern", sagt Alexa Reckewitz, stellvertretende Fachbereichs-Leiterin der Bildenden Kunst. Ihr Fachbereich ist mit der Angewandten Kunst, also Fotografie und Design, eng verbunden. Speziell das Design soll nun gestärkt werden.

"Nicht jeder, der Tassen oder Schmuck gestaltet, hat auch die künstlerische Kreativität, bei uns aufgenommen zu werden."

Alexa Reckewitz, stellvertretende Fachbereichs-Leiterin

Zu diesem Zweck beschreitet die Gedok einen ganz neuen Weg: Mit Nicola Tigges ist nun eine Modedesignerin in den Reihen des Vereins vertreten.

Dabei geht es Reckewitz auch um die Professionalität der Frauen. "Wir haben einen künstlerischen Anspruch", sagt sie. "Nicht jeder der Tassen oder Schmuck gestaltet, hat auch die künstlerische Kreativität, um bei uns aufgenommen zu werden."

Dass die Gedok auch nach 83 Jahren Förderung immer noch nur Frauen unterstützt, wird sich Müller-Schlegel zufolge auch in Zukunft nicht ändern.

Frauen sollen als freie Künstlerinnen auf dem Arbeitsmarkt gestärkt werden. Über die Gedok können sie ihre Werke an begehrten Ausstellungsorten präsentieren und verkaufen. Regelmäßig finden Konzerte und Lesungen statt. Dabei erhalten die mehr als 100 Künstlerinnen keine generelle finanzielle Unterstützung, sondern Honorare für einzelne künstlerische Projekte oder Hilfen bei Veröffentlichungen oder dem Kauf von Instrumenten.

Im Vordergrund steht die ideelle Förderung: Bei regelmäßigen Treffen tauschen die Frauen sich aus, arbeiten zusammen und inspirieren sich gegenseitig. "Die Gedok gibt mir die Möglichkeit, ernst genommen zu werden", sagt Reckewitz.

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