Wuppertaler Sinfonieorchester startet seine Kammerorchester-Konzertreihe.

Wuppertaler Sinfonieorchester startet seine Kammerorchester-Konzertreihe.
Die neue Dirigentin Julia Jones leitete Orchester und Solisten präzise an.

Die neue Dirigentin Julia Jones leitete Orchester und Solisten präzise an.

Anna Schwartz

Die neue Dirigentin Julia Jones leitete Orchester und Solisten präzise an.

Wuppertal. Joseph Haydns 49. Sinfonie (Hob. I:49) aus dem Jahr 1768 in der damals ungewöhnlichen Tonart f-Moll, nicht von ihm später auf den Namen „La passione“ getauft, hat die Satzfolge langsam – schnell – Tanzsatz – schnell. Sie gemahnt stilistisch an die spätbarocke Kirchensonate. Es liegt also nahe, sie in Gotteshäusern aufzuführen. Dementsprechend machte sich das Sinfonieorchester Wuppertal auf den Weg in die Immanuelskirche und die Friedhofskirche, um sie dort an zwei aufeinanderfolgenden Tagen aufzuführen. Gleichzeitig waren diese beiden Konzerte der Auftakt zu einer neuen Veranstaltungsreihe mit dem siebensilbigen Titel „Kammerorchesterkonzert“.

Groß war das Interesse oben auf der Hochstraße im volkstümlichen Sprachgebrauch genannten Ölbergdom. Tags zuvor soll die Kulturstätte in Oberbarmen auch gut besucht gewesen sein.

Solisten spielten die Viola und die Viola d’Amore

Und die Freunde der sinfonischen Musik kamen auf ihre Kosten, als unter der präzisen Leitung ihrer neuen Chefin Julia Jones die städtischen Sinfoniker in kleiner Besetzung gediegene Musik aus dem 18. Jahrhundert spielten. Ein Vorteil dieser Konstellation ist unter anderem, dass Orchestermitglieder die Möglichkeit haben, sich solistisch zu präsentieren.

In diesem Fall waren es von der Bratschengruppe deren Vorspieler Momchil Terziyski und Jens Brockmann. Ausgesucht hatten sie sich das Concerto für Viola d’amore, Viola und Orchester in D-Dur (GWV 317) von Christoph Graupner, damals als Hofkapellmeister angestellt beim Landgrafen Ernst Ludwig in Hessen-Darmstadt. Mit dem historischen, aus der Mode gekommenen, „lieblichen“ Saiteninstrument mit ihren fünf bis sieben Spiel- und genauso vielen Resonanzsaiten ging Terziyski erstklassig um. Diesem hohen musikalischen und spielerischen Niveau stand Brockmann an der Bratsche in nichts nach. Vom Orchester sensibel begleitet konnten sie diese alte Form des Musizierens genussreich vermitteln.

Auch Soloflötistin Uta Linke glänzte beim „Ballet des Ombres Heureuses“ (Reigen seliger Geister) aus Christoph Willibald Glucks Oper „Orphée et Eurydice“ mit einer schönen Tongebung.

Eingerahmt wurden diese Programmpunkte von besagter Haydn-Sinfonie und Wolfgang Amadeus Mozarts 27. Orchesterwerk in G-Dur (KV 199). Er war ein Teenie von 17 Jahren, als er 1773 neben sechs weiteren dieses leichte, reizvolle Werk schrieb. Erfrischend, lebhaft und nuanciert kamen die beiden Stücke vom Altarraum.

Nicht enden wollender Beifall war Dank für einen kurzweiligen Nachmittag, der neugierig macht auf weitere Konzerte dieses Formats.

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