Serie: Verlage in Wuppertal (2). Der Verlag Müller + Busmann hat sich auf Architektur und Design spezialisiert.

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Professor und Verlagsleiter: Johannes Busmann in der Verlagszentrale an der Hofaue.

Professor und Verlagsleiter: Johannes Busmann in der Verlagszentrale an der Hofaue.

Andreas Fischer

Professor und Verlagsleiter: Johannes Busmann in der Verlagszentrale an der Hofaue.

Wuppertal. „Mit 20 Jahren sind wir ein sehr junger Verlag in unserer Branche“: Johannes Busmann hat es geschafft, in ganz Europa von Wuppertal aus zu wirken. 1990 gründete er die Zeitschrift „polis“, die damit das älteste Produkt des Hauses ist.

„Die Themen Architektur und Stadtgestaltung haben sich durch alle meine Aktivitäten gezogen“, sagt er. „Heute bedienen mein Partner Ralf Ferdinand Broekman und ich mit Zeitschriften und Büchern die Bereiche urban development, wie es heute heißt – Design, Immobilienwirtschaft und Architektur.“

Dabei hat Busmann eigentlich Kunst, Musik und Philosophie studiert, später wurde er in Architekturgeschichte promoviert. Das Unternehmersein mit seinen kaufmännischen Anforderungen lernte er „mit viel Freude“, das Gestalterische war Teil seiner Ausbildung. In den ersten zehn Jahren war „polis“ eine regional verortete Zeitschrift, die sich damals schon dem Thema Döppersberg widmete oder die Denkmalpflege in Wuppertal thematisierte. „Heute hat der Verlag inhaltlich nichts mehr mit Wuppertal zu tun, er ist ein bundesweit tätiger Fachverlag.“

Dass er immer noch an der Hofaue angesiedelt ist, ist für den gebürtigen Wuppertaler von Vorteil. „Wir fühlen uns im KDW-Dreieck wohl“, womit Busmann Wuppertal in der wirtschaftlichen Verknüpfung mit Köln und Düsseldorf meint.

Serie: Verlage in wuppertal (2)

„Wuppertal hat immer etwas in Bewegung gebracht“, sagt der Verlagsleiter. „Ich bin das Gejammer von der ‚armen‘ Stadt leid. Man muss einfach etwas tun: Das geht. Ich schaue auf das Ergebnis, nicht auf die Baustellen. Und das Portmonee ist erst leer, wenn im Kopf Armut war.“

Der Erfolg im „armen“ Wuppertal scheint ihm Recht zu geben, denn Werbung muss der Verlag nicht machen: „Man empfiehlt uns oder man kennt uns.“ Sehr edel sind die Zeitschriften gestaltet, renommierte Designer, Fotografen und Autoren liefern das Material etwa für „polis“ und „build“ oder das Fachmagazin für spanisches Design „Spanish“.

Mitarbeiter des mit 15 Angestellten besetzten Verlags sind in Brüssel, Mailand und London tätig. Die Redaktion sucht Autoren aus, lektoriert die Texte und gibt die digitalen Daten an die Druckerei weiter. Die Unterabteilung „logos“ betreut große Firmen im Bereich Medien und Kommunikation. Neben der Verlagsleitung hat Busmann eine Professur für Medien und Design an der Bergischen Universität inne.

Gibt es also für ihn noch ein Leben außerhalb der Berufe? „Na ja, zum Musikhören komme ich kaum noch. Meine zwölf und 15 Jahre alten Kinder hätten auch was dagegen, wenn ich Bach höre“, gesteht der 49-Jährige. Dafür zieht er sich dann ab und zu in ein Kämmerchen zurück.

www.mueller-busmann.com

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