Sie tanzt nicht nur, sie musiziert auch noch: Die Pina-Bausch-Tänzerin tritt beim Brunch-Konzert im Café Ada auf.

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Ihr Herz schlägt für den Bossa Nova: Regina Advento, Brasilianerin und seit 1993 im Pina-Bausch-Ensemble, singt am Sonntag im Café Ada.

Ihr Herz schlägt für den Bossa Nova: Regina Advento, Brasilianerin und seit 1993 im Pina-Bausch-Ensemble, singt am Sonntag im Café Ada.

Uwe Schinkel

Ihr Herz schlägt für den Bossa Nova: Regina Advento, Brasilianerin und seit 1993 im Pina-Bausch-Ensemble, singt am Sonntag im Café Ada.

Wuppertal. Der Bossa Nova gehört für Regina Advento zum Leben. "Ich kenne die Lieder, seit ich Kind bin" - schon immer hat die Brasilianerin diese Volkslieder ihrer Heimat gesungen. Als Jugendliche auch im Chor, später nur noch für sich selbst. Denn in den Vordergrund trat für die zierliche Frau der Tanz.

Nach dem Abitur lernte sie Tanzen beim Tanztheater "Grupo Corpo" in ihrer Heimatstadt Belo Horizonte, einer der größten Kompanien Brasiliens. Ende der 90er Jahre kam sie dann auf Einladung von Pina Bausch nach Deutschland - erst zum Folkwang Tanz Studio in Essen. Seit 1993 gehört sie zum Ensemble von Pina Bausch.

Dabei wurde sie mehrfach ausgezeichnet. Trotzdem ließ Advento die Lust am Singen nie ganz los. Also tat sie sich mit der Formation Ufermann zusammen und stand als Sängerin mit Latin Jazz und Eigenkompositionen von Ufermann auf der Bühne. "Das war sehr anspruchsvoll für mich, weil das meine erste Erfahrung mit einer Band war."

Abends wird getanzt - vormittags wird gesungen

Zweieinhalb Jahre lang arbeitete sie mit der Band zusammen. Irgendwann jedoch überwog der Stress. Denn schließlich reist Advento mit Pina Bausch um die ganze Welt, die Terminabstimmung war oft schwierig. Und vor acht Jahren kam auch ihre Tochter zur Welt.

Doch dann hörte sie eine Brasilianerin im Konzert. "Da hatte ich Lust, wieder anzufangen." Aber keine musikalischen Partner mehr. Also sang Advento wieder zu Hause, suchte Lieder aus, hörte Texte von CDs. Sechs Monate lang erarbeitete sie sich so ein Programm.

Das Brunch-Konzert im Café Ada an der Wiesenstraße 6 beginnt am Sonntag, 15. Juni, um 11 Uhr. Es treten das Quartett Bossa Sempre Nova und die Percussionistinnen Gabriele Leyendecker und Dagmar Jungbluth auf. Reservierungen sind unter Telefon 45 27 15 möglich.

Als sie Ulrich Rasch mit seiner Band hörte, schrieb sie ihm einfach eine E-Mail. "Er hat sich sofort gemeldet. Das war dann für mich von 0 auf 100 - die brauchen keine Probe, ich schon." Um nicht mit den abendlichen Tanz-Terminen zu kollidieren, hatte die Tänzerin die Idee eines Vormittags-Konzertes. Sie kontaktierte das Café Ada und den Gitarristen Lutz Griebel - und fand offene Ohren. Gemeinsam entwickelten sie die Idee eines Brunch-Konzerts im Café Ada an der Wiesenstraße.

Doppelter Genuss beim Frühstück: Zum Brötchen gibt’s Bossa Nova

Einmal im Monat singt sie dort nun mit ihrem Quartett Bossa sempre Nova (in etwa: "Bossa Nova immer wieder neu") mit Michael Hablitzel (Cello), Christoph Iacono (Klavier) und Lutz Griebel (Gitarre). Zu Beginn mussten erst einmal alle mit dem neuen Format Erfahrungen sammeln: "Beim ersten Mal war es unglaublich voll, und am Büfett gab es eine lange Schlange."

Deshalb wird jetzt Frühstück à la carte am Platz serviert, um Ruhe für den musikalischen Genuss zu schaffen. Gleichzeitig können Kinder eine Etage höher unter Anleitung spielen und basteln. Zwischen den Auftritten von Bossa Sempre Nova können sich auch andere Künstler vorstellen.

Beim nächsten Brunch-Konzert am Sonntag, 15. Juni, um 11Uhr, sind beispielsweise die Percussionistinnen Gabriele Leyendecker und Dagmar Jungbluth von der Schlagzeugschule Pentaton zu Gast. Ideen hat Advento reichlich für die Brunch-Konzerte: Dia-Shows, Meditation für Kinder, Performances. Wie immer hängt vieles am Geld. Deshalb sucht die Sängerin für die Fortsetzung nach der Sommerpause Sponsoren, etwa auch für Frühstückszutaten.

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