Der Ronsdorfer erhält die Förderung für sein Erstlingswerk „Schandpfahl“, das in Kürze erscheint.

Auszeichnung
Stefan Barz liebt es, Menschen umzubringen – auf dem Papier.

Stefan Barz liebt es, Menschen umzubringen – auf dem Papier.

Stefan Fries

Stefan Barz liebt es, Menschen umzubringen – auf dem Papier.

Wuppertal. In seinem ersten Krimi entführt Stefan Barz den Leser in seinen Heimatort. In „Schandpfahl“ wird am historischen Pranger im Freilichtmuseum Kommern eine Leiche gefunden – gefesselt, gequält, grausam hingerichtet. Für den Roman erhält der Wahl-Wuppertaler am 12. September einen Förderpreis für Eifelkrimis.

„Hinter mir liegen arbeitsreiche Wochen, aber es hat sich gelohnt. Das Schreiben hat mir schon immer viel Spaß gemacht“, sagt Barz zufrieden. Hobbyautor-Autor ist in Kommern aufgewachsen. Neben dem Studium von Germanistik und Philosophie auf Lehramt arbeitete er als Journalist. „Nach dem Studium bin ich Lehrer geworden. Aber das Schreiben hat mir immer gefehlt“, erzählt Barz, der mittlerweile an der Uni Bochum als Pädagoge in der Lehrerausbildung tätig ist. Mit seiner Familie lebt er in Ronsdorf.

Barz schaute sich nach Wettbewerben für Hobbyautoren um und veröffentlichte 2011 seine erste Kurzgeschichte. Zwei Jahre später wurde er auf den Jacques-Berndorf-Preis aufmerksam. Der Preis ist nach dem bekannten Eifelkrimi-Autoren benannt. Stefan Barz ist der zweite Preisträger.

Von der Idee eines Regionalkrimis war Barz gleich begeistert: „Ich bin ja in der Eifel aufgewachsen. Es ist schön, die konkreten Schauplätze so im Kopf zu haben.“ Auch die Dorfidylle habe ihn gereizt: „Wenn in einem kleinen Ort jemand umgebracht wird, sorgt das für viel mehr Unordnung als in einer großen Stadt wie Wuppertal.“

Barz reichte bei der fünfköpfigen Jury eine 20-seitige Textprobe ein. „Mein Ausgangspunkt war der Tatort“, erklärt er. „Erst wollte ich eine Leiche im Bleibach versenken, aber das schien mir dann zu wenig spektakulär. Dann kam die Idee mit dem Schandpfahl im Freilichtmuseum. Davon war ich schon als Kind fasziniert.“

Barz hatte nur vier Monate Zeit, den Roman zu vollenden

Im Frühjahr wurde er mit zwei anderen Bewerbern für den Preis nominiert. „Als mich der Lektor des KBV-Verlags angerufen hat, war ich gerade mit meinem Sohn beim Kinderarzt. Ich habe mich natürlich wahnsinnig gefreut“, erinnert sich der 38-Jährige. Nach einer weiteren Textprobe stand im April endlich fest: Barz erhält den Preis. Vier Monate hatte er Zeit, seinen Eifelkrimi zu vollenden. Barz spinnt eine Geschichte um den Ermittler Jan Grimberg, der die Polizeiausbildung gerade begonnen hat und noch nicht sicher ist, ob der Job der richtige für ihn ist. „Grimberg ist neu in Kommern und fühlt sich erst mal fremd – so wie ich, als ich nach Wuppertal gekommen bin“, erklärt Barz.

Am Tatort lernt Grimberg seinen unsympathischen Mentor Ralf Steiner kennen. „Ich habe lange gebraucht, um die Figuren zu entwickeln, und verschiedene Opfer- und Täterrollen ausprobiert, bis es passte“, so Barz. Als Opfer an den Schandpfahl stellt er den beliebten und tief gläubigen Bauunternehmer Andreas Berger. Sein Tod ist den Ermittlern zunächst schleierhaft.

Das Manuskript hat Barz vor zwei Wochen eingereicht. „Es war anstrengend, aber ich bin zufrieden. Ich glaube, ich habe das Beste rausgeholt.“ An Kriminalromanen hat er Gefallen gefunden. Eine Idee für eine Fortsetzung habe er auch schon. „Es macht Spaß, Menschen umzubringen – auf dem Papier. Und meine Opfer haben es auch immer verdient“, verrät Barz und lacht.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer