Moritz Heidelbach feiert am 25. Januar Premiere in der Börse.

Auch im TV war Moritz Heidelbach bereits zu sehen („Tatort Münster“, „Der Bulle und das Landei“).
Auch im TV war Moritz Heidelbach bereits zu sehen („Tatort Münster“, „Der Bulle und das Landei“).

Auch im TV war Moritz Heidelbach bereits zu sehen („Tatort Münster“, „Der Bulle und das Landei“).

privat

Auch im TV war Moritz Heidelbach bereits zu sehen („Tatort Münster“, „Der Bulle und das Landei“).

Wuppertal. Moritz Heidelbach weiß, was „Die Kleinen und Niedrigen“ beschäftigt: Der 26-jährige Schauspieler feiert am 25. Januar Premiere an den Wuppertaler Bühnen. Im Rampenlicht steht der Kölner allerdings nicht im Opernhaus, sondern in der Börse, in der die Bühnen ihre Zelte aufschlagen, da das Schauspielhaus seit Sommer 2013 geschlossen ist und die neue Spielstätte für kleine Produktionen erst im September 2014 eröffnet wird.

Herr Heidelbach, welche Rolle spielen Sie in Wuppertal?

Moritz Heidelbach: Der Abend wird eine Collage aus drei Texten: „Oh ist das Morrissey“ von Anne Lepper, „Der deutsche Hinkemann“ von Ernst Toller und „Jakob von Gunten“ von Robert Walser. Das heißt: Jeder von uns Schauspielern wird diverse Rollen spielen.

Wie kam es zur Zusammenarbeit?

Heidelbach: Ich habe bereits in „Das Leben der Ameisen“, einer Kooperation zwischen den Bühnen und der „Schule des Theaters im Theater der Keller“, mitgespielt. Schauspiel-Intendant Christian von Treskow hat mich daraufhin bei Jakob Fedler, der Regie führt, für die Inszenierung vorgeschlagen, und ich durfte vorsprechen. Es hat geklappt – und ich freue mich sehr, jetzt die Produktion spielen zu dürfen.

Vor 100 Jahren brach der Erste Weltkrieg aus. So ist es alles andere als ein Zufall, dass die Wuppertaler Bühnen am 25. Januar unter dem Titel „Die Kleinen und Niedrigen“ Premiere feiern – mit drei Texten, die im, nach und vor dem Krieg spielen.

Das Kurzstück „Oh ist das Morrissey“ (2013) skizziert militärischen Alltag kurz nach der Mobilmachung – es zeigt Ungediente zwischen Erlebnissehnsucht und Lagerkoller. „Oh ist das Morrissey“ ist – nach „Käthe Hermann“ in der vergangenen Spielzeit – das zweite Stück von Anne Lepper, das der Wuppertaler Regisseur Jakob Fedler (Foto: Archiv) für die Wuppertaler Bühnen inszeniert. Es entstand für den Stückemarkt des Berliner Theatertreffens 2013.

„Der deutsche Hinkemann“ (1922) ist ein Heimkehrer-Drama: Hinkemann, im Krieg verstümmelt, versucht, sich in einer Gesellschaft zurechtzufinden, die ihm und der er völlig fremd geworden ist. Die Brutalität des zivilen Existenzkampfes zwingt ihn zu Taten, die er glaubte, mit dem Krieg hinter sich gelassen zu haben.

„Jakob von Gunten“ (1909) lässt sich auch als Vorkriegsgeschichte lesen. Dienen scheint ihm die einzige vernünftige Existenzform zu sein: Für den jungen Jakob ist bedingungslose Unterordnung ein Ausdruck autonomer Freiheit.

Der Schauspieler absolviert seit 2010 eine Ausbildung an der Schule „Im Theater der Keller“.

Neben Moritz Heidelbach stehen Julia Wolff, Marco Wohlwend und Jakob Walser auf der Bühne. Das Quartett feiert am 25. Januar um 19.30 Uhr Premiere in der Börse, Wolkenburg 100. Dort ist die Produktion auch am 26. Januar, 18 Uhr, sowie am 27. und 28. Januar, jeweils 19.30 Uhr, zu erleben. Karten gibt es unter
www.wz.ticket.de
 

Die Produktion ist keine gewöhnliche: Die Gäste erleben drei Kurzstücke an einem Abend. Auch aus Schauspieler-Sicht ist dies eine besondere Herausforderung. Was unterscheidet die Arbeit an dieser Trilogie von anderen Rollen?

Heidelbach: Da es in dem Sinne keinen einheitlichen dramaturgischen Bogen gibt und man als Spieler immer wieder in neue Figuren und Situationen „geworfen“ wird, ist eine gewisse Flexibilität erforderlich. Die drei Texte sind sehr unterschiedlich. Sich von so verschiedenen Richtungen einer Thematik zu nähern, macht großen Spaß.

Was erwartet das Publikum? Heiteres, Nachdenkliches oder ein bisschen von allem?

Heidelbach: Ich denke, dass tatsächlich „von allem ein bisschen“ dabei sein wird, da die Thematik Krieg und die Frage, was dieser in der Konsequenz für den Menschen bedeutet, auf sehr unterschiedliche Art und Weise beleuchtet werden.

Sie sind nicht nur Theaterschauspieler, sondern stehen auch regelmäßig für Fernsehproduktionen vor der Kamera. Was fordert und fasziniert Sie mehr?

Heidelbach: Mir macht beides großen Spaß! Die Arbeitsweise beziehungsweise die Form der Konzentration ist nur eine andere. Beim Theaterspielen wartet man auf den Moment, in dem der Vorhang fällt – und dann geht es los. Beim Drehen muss man die Konzentration über einen längeren Zeitraum aufrechterhalten, da ja nicht in einem durchgespielt wird.

Das Jahr 2013 war - zumindest für Sie - ein wahrlich „ausgezeichnetes“. Sie haben den Kölner Theaterpreis erhalten. Erhöht das den Erwartungsdruck mit Blick auf die Zukunft - oder macht es einfach „nur“ stolz?

Heidelbach: Ich habe mich über die Auszeichnung sehr gefreut und sehe das als Ansporn für die Zukunft.

Was wünschen Sie sich vom Jahr 2014? Welche neuen Rollen warten?

Heidelbach: Ich werde im Februar meine Schauspielausbildung beenden und dann hoffe ich auf neue spannende Rollen.

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