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Julia Wolff spielt in „Der Kirschgarten“ die Gouvernante Charlotta.

Julia Wolff spielt in „Der Kirschgarten“ die Gouvernante Charlotta.

Claudia Kempf

Julia Wolff spielt in „Der Kirschgarten“ die Gouvernante Charlotta.

Wuppertal. Julia Wolff hat im Opernhaus eine ganz besondere Rolle: Wenn „Der Kirschgarten“ Einblicke in die russische Seele gewährt, zeigt die Wuppertaler Ensemble-Schauspielerin kleine Zauber-Tricks. Als Gouvernante Charlotta ist sie wieder am Sonntag, 13. Februar, 18 Uhr, und am Freitag, 18. Februar, 19.30 Uhr, zu erleben. Karten können unter Telefon 569 4444 bestellt werden.

Frau Wolff, in Tschechows Komödie verzaubern Sie im wahrsten Sinne des Wortes das Publikum im Opernhaus. Wer hat Ihnen die Tricks beigebracht?

Julia Wolff: Die Zauberkunststücke habe ich in Düsseldorf in der Zauberschule gelernt. Besonders den Schnüre-Trick musste ich viel üben. Privat kann ich damit auch verblüffen – der Trick ist eigentlich länger als im Stück. Im Stück mache ich nur den ersten Teil: ein Mal schneiden und wieder ganz machen. Der zweite Teil war Herrn von Treskow (Anmerkung der Redaktion: der Schauspiel-Chef führte Regie) zu lang. Da wird das Seil zwei Mal durchgeschnitten und die drei Seile werden dann in unterschiedliche Längen gezaubert und wieder gleich lang zurückgezaubert. Der Seiltrick ist mein Favorit, er ist auch der schwerste.

Ging während einer Vorstellung schon mal etwas schief?

Wolff: Leider ja. Die Schere war mal etwas stumpf und ich konnte nicht schnell durchschneiden und musste wieder ansetzen. Der Überraschungseffekt war dahin. Vielleicht war ich auch zu huddelig. Man muss ganz senkrecht durchschneiden – das Seil ist ja sehr dick, um die Bühnenwirksamkeit zu gewährleisten. Auch der Stock, der zur Blume wird, ist in einer Vorstellung nicht ganz aufgesprungen. Den Trick mag ich am wenigsten.

Worin liegt für Sie der Zauber des Stücks?

Wolff: Die Frage möchte ich Ihnen auch stellen. Für mich gibt es den Zauber auf mehreren Ebenen. Da sind einerseits die Zauberstücke. Andererseits hat jeder Akt seine eigene zauberhafte Atmosphäre: die nächtliche, traumhafte Atmosphäre der Inszenierung im ersten Akt, die Lichtregie und Musik inklusive Bär-Auftritt im zweiten Akt, die Modenschau im dritten Akt und die Vereinzelung der Charaktere im vierten Akt.

Wie die Inszenierung von Christian von Treskow entstanden ist, zeigt ein Film von René Jeuckens und Grischa Windus, der am Samstag um 22 Uhr im Kleinen Schauspielhaus zu sehen ist. thö

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