Dirk Michael Häger
Dirk Michael Häger

Dirk Michael Häger

Anna Silvia Bins

Dirk Michael Häger

Zehn Jahre sind vergangen, seitdem Dirk Michael Häger und Stefan Otto als Bösel und Fellner zum ersten Mal auf Dienstreise gegangen sind. Am Samstag, 22. Januar, sind die Gastronomie-Tester wieder im Einsatz: „Indien“ ist um 20 Uhr im Kleinen Schauspielhaus zu sehen. Karten gibt es unter Telefon 569 4444.

Herr Häger, weshalb gehen Sie nach zehn Jahren wieder auf Dienstreise?

Dirk Michael Häger: Weil eine Dienstreise dann am schönsten ist, wenn man den Kollegen nicht ausstehen kann. Und das trifft bei „Indien“ ja hundertprozentig zu. Bösel und Fellner müssen Hotels und Gaststätten, Duschen und Schnitzel prüfen, aber die schwerste Prüfung sind sie sich selbst. Der eine ist ein ignoranter Prolet, der andere ein küchenphilosophischer Spießer. Solche Gegensatzpaare haben in der Komödie lange Tradition, ob nun bei „Dick und Doof“, „Warten auf Godot“ oder aktuell im Kino bei „Stichtag“ mit Robert Downey Jr. – für die Zuschauer ist das krampfhafte Miteinander, Aneinandervorbeireden und Bekriegen höchst amüsant. Für Bösel und Fellner allerdings drängt sich jede einzelne Minute die Frage auf: Wie überstehe ich die Zeit mit diesem Idioten?

Was wird diesmal anders als bei der ersten Dienstreise?

Häger: Zunächst mal der optische Eindruck: weniger Haare, mehr Pfunde. Letzteres stellt eine gewisse Bewährungsprobe ans Kostüm dar. Auch die ein oder andere Choreographie, die Bénédicte Billiet vor zehn Jahren mit uns erarbeitet hat, bekommt dadurch eine neue Note. Interessant ist übrigens, dass sich Bösel und Fellner im Bereich Glatzenbildung und Gewichtszunahme dann doch wieder sehr ähneln. Abgesehen davon liegt die eigentliche Herausforderung natürlich darin, das Stück so zu spielen, wie es inszeniert wurde und das Publikum geliebt hat. Aber der Regisseur Hans Werner Otto, mein Schauspielkollege Stefan Otto und ich waren bei den Proben überrascht, wieviel nach fünf Jahren Pause „hängen geblieben“ ist.

Haben Sie eine Lieblingsszene?

Häger: Bei einem Stück, das so viele witzige, skurrile, aber auch berührende Momente hat, ist das definitiv die schwierigste Frage. Eine Schlüsselszene ist sicherlich, wenn Bösel als passionierter Biertrinker dem Kollegen Fellner aus reiner Gehässigkeit die Limo wegtrinkt. Bösel bekommt daraufhin Magenkrämpfe und Fellner rächt sich mit Anekdoten über fettes, magenverdrehendes Essen. Dass sich die beiden darüber schließlich annähern, das ist schon ein kleines komödiantisches Wunder. thö

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