Beim Konzert in der Friedhofskirche blieben jedoch etliche Wünsche offen. Der Knabenchor blieb deutlich unter seinem Niveau.

Beim Konzert in der Friedhofskirche blieben jedoch etliche Wünsche offen. Der Knabenchor blieb deutlich unter seinem Niveau.
Stephan Hensen dirigierte in der Friedhofskirche sehr exakt..

Stephan Hensen dirigierte in der Friedhofskirche sehr exakt..

Anna Schwartz

Stephan Hensen dirigierte in der Friedhofskirche sehr exakt..

Wuppertal. Der Todestag des deutschen Komponisten, Organisten, Pia-nisten und Dirigenten Max Reger jährt sich am 11. Mai zum 100. Mal. Viele Musiker erinnern dieses Jahr an ihn, auch die Wuppertaler Kurrende. Sie gab ihm zu Ehren ein Konzert in der Friedhofskirche.

Mit dem „Morgengesang“ und dem „Nachtlied“ gab es zwar nur zwei Lieder für mehrstimmigen Chor von ihm. Trotzdem war es ein Reger-Abend. Denn auch Werke von Vorbildern Regers und von einigen seiner Bewunderer und Zeitgenossen wurden geboten, die das Programm zu einem schlüssigen Ganzen zusammenfügten. Dazu spielte Thorsten Pech zwischendurch an der klangprächtigen Sauer-Orgel das „Te Deum“ Regers und das gleichnamige Stück von Peter Paul Förster sehr geschmackvoll.

Machte es im vergangenen Jahr große Freude zu beobachten, wie der Knabenchor unter der Leitung von Stephan Hensen stimmlich reifte, war davon diesmal leider gar nichts zu hören. Kein einziges der 13 Chorwerke kam sicher von der Empore. Gerade in den Sopran- und Altgruppen wackelten Einsätze, Einzelstimmen waren bei ihnen über Gebühr vernehmbar, die Intonation ließ viele Wünsche offen.

Bach-Motette schlitterte knapp am Desaster vorbei

Die Männer verhielten sich sehr schüchtern bei „Ich bin die Auferstehung und das Leben“ von Heinrich Schütz. Die herrliche Motette „Jesu, meine Freude“ (BWV 227) von Johann Sebastian Bach schlitterte trotz gediegener Continuo-Begleitung um Haaresbreite am Desaster vorbei. Denn trotz Hensens exaktem Dirigat ging hinsichtlich eines harmonischen Gesangs sehr viel daneben: Die Fuge „Ihr seid aber nicht fleischlich“ war ein stimmliches Wirrwar, die Choräle gespickt mit etlichen Misstönen.

Auch die anderen Programmpunkte mit und ohne Instrumentalbegleitung, etwa von Brahms, Mendelssohn Bartholdy, Nysted und Rheinberger litten erheblich an einem synchronen Gesang der Orchestergruppen. Einige Ton-ungenauigkeiten waren so gravierend, dass tonale Strukturen verschwammen. Schließlich rissen auch noch zwei Lausejungs während des aufmunternden Schlussapplauses aus, tollten draußen herum, machten bei der Zugabe nicht mit.

Diese seit vielen Jahren nicht mehr vorgekommenen Missstände waren hoffentlich nur eine Eintagsfliege. Denn am 18. Juni steht ein großer Chorabend um 19.30 Uhr in der Stadthalle an. Man will sich bestimmt nicht vor dem Winds-bacher Knabenchor blamieren, der dann zu Gast ist. Er soll noch besser sein als der Thomanerchor. Und Leiter Martin Lehmann wird neugierig auf die Kurrende sein, war er doch bis vor vier Jahren ihr musikalischer Chef.

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