Die Wuppertaler Künstlerin erforscht spezielle Bauten.

Renate Löbbecke war unter anderem in Frankreich, Kroatien, Spanien, Italien und Island unterwegs – wie zahlreiche Fotos in ihrem Buch belegen.
Renate Löbbecke war unter anderem in Frankreich, Kroatien, Spanien, Italien und Island unterwegs – wie zahlreiche Fotos in ihrem Buch belegen.

Renate Löbbecke war unter anderem in Frankreich, Kroatien, Spanien, Italien und Island unterwegs – wie zahlreiche Fotos in ihrem Buch belegen.

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Renate Löbbecke war unter anderem in Frankreich, Kroatien, Spanien, Italien und Island unterwegs – wie zahlreiche Fotos in ihrem Buch belegen.

Wuppertal. Das Wort ist ein Zungenbrecher und vermutlich nur den Allerwenigsten geläufig: Kragkuppelbauten sind nicht gerade ein Thema, mit dem sich jeder Wuppertaler jeden Tag beschäftigt.

Trotzdem (oder gerade deshalb) liefert Renate Löbbecke nun die passende Aufklärungslektüre: Die Wuppertaler Künstlerin hat in 15 verschiedenen Ländern – hauptsächlich in Europa – Kragkuppelbauten aufgespürt. Die spezielle Bauform ist seit mehr als 25 Jahren ihr ganz persönliches Steckenpferd: Löbbecke hat die Bauwerke mit Feuereifer fotografiert, Notizen gemacht und so ein umfangreiches Archiv angelegt.

Stein für Stein ans Ziel: Auf den Spuren von Kragkuppelbauten

Wer ihren mit vielen Reiseerlebnissen und Schwarz-Weiß-Fotos angereicherten Forschungsbericht aufmerksam studiert, lernt so manches über eine einfache, aber faszinierende Bauart: Die Steine, „die in vielen Gegenden zahlreich herumliegen“, schichteten Pioniere „in Trockenbauweise zu nützlichen Strukturen auf“ – hauptsächlich zu Hütten. Die einzige Technik, die eine Überdachung ermöglichte, war das Aufsetzen einer Kragkuppel – eine Variante, die bis zu den Grabkammern des 5. vorchristlichen Jahrtausends zurückgeht.

Löbbecke berichtet von einem Phänomen: Vor rund 200 Jahren begannen die Bewohner unterschiedlichster Regionen erneut, die Kragkuppel-Technik zu nutzen – meist zum Bau landwirtschaftlicher Schutzhütten. In weit voneinander entfernten Gegenden sind so – ganz unabhängig voneinander – vergleichbare Bauformen entstanden.

Spärliche Hinweise: Die Suche basiert meist auf wenigen Informationen

„Es ist wie eine Schatzsuche“, erklärt Renate Löbbecke. „Das Aufspüren der Bauten ist oft eine Herausforderung.“ Denn die Informationen, die die Wuppertalerin im Gepäck hat, seien meist sehr vage. Löbbecke kennt sie alle – die „spärlichen Hinweise aus fremdsprachlichen Büchern“, die „Internet-Tipps, die nur auf eine Region verweisen“, oder die „Namen von kleinen Dörfern, die unsere Karte nicht erwähnt oder ganz anders schreibt“. Aufgegeben hat sie deshalb aber noch lange nicht – im Gegenteil.

 

Renate Löbbeckes Dokumentation („Kragkuppelbauten / Corbelled Domes“) ist im Verlag der Buchhandlung Walther König in Köln erschienen, umfasst 384 Seiten und kostet 48 Euro (ISBN: 978-3-86335-100-7).
www.renateloebbecke.de

Das Ergebnis ihrer Recherche umfasst 384 Seiten und zahlreiche Abbildungen: Auch wenn Kragkuppelbauten nach wie vor in erster Linie Architektenherzen höher schlagen lassen, ist die Materialsammlung grundlegend einzigartig – die Kragkuppelbauten werden in Löbbeckes Buch erstmals umfassend dokumentiert. Architektur- und Kunstinteressierte können sich das genüsslich auf der Zunge zergehen lassen.

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