Rainer Honeck spielte mit beim Neujahrskonzert in der Stadthalle. Dafür gab es Dank und Respekt von Zuschauern wie Musikern.

Rainer Honeck, Konzertmeister der Wiener Philharmoniker, dirigierte die Wuppertaler Sinfoniker nicht nur, sondern spielte auch mit ihnen.
Rainer Honeck, Konzertmeister der Wiener Philharmoniker, dirigierte die Wuppertaler Sinfoniker nicht nur, sondern spielte auch mit ihnen.

Rainer Honeck, Konzertmeister der Wiener Philharmoniker, dirigierte die Wuppertaler Sinfoniker nicht nur, sondern spielte auch mit ihnen.

Andreas Fischer

Rainer Honeck, Konzertmeister der Wiener Philharmoniker, dirigierte die Wuppertaler Sinfoniker nicht nur, sondern spielte auch mit ihnen.

Wuppertal. Es kommt nicht alle Tage vor, dass ein Orchester geschlossen der Anweisung eines Dirigenten nicht Folge leistet. Das geschah aber am Schluss des städtischen Neujahrskonzerts im ausverkauften Großen Saal der Stadthalle. Die Musiker des SinfonieOrchesters Wuppertal blieben nämlich einfach sitzen, als Rainer Honeck sie zum Aufstehen aufforderte. Stattdessen zollten sie einem der vier Konzertmeister der Wiener Philharmoniker Respekt für einen beschwingten Start ins Jahr 2016.

Honeck stand nicht einfach mit dem Taktstock am Dirigentenpult. Er hatte seine Geige mitgebracht und spielte zwischendurch mit. Die gute alte Zeit der Stehgeiger war also wieder da. Ein solcher war auch Johann Strauss (Sohn), von dem einige Stücke an diesem Abend zu hören waren. Der Beruf des Dirigenten steckte bekanntlich damals noch in den Kinderschuhen.

Honeck trat also als „primus inter pares“ (Erster unter Gleichen) auf. Das schien bei den städtischen Sinfonikern sehr gut anzukommen, die sich bei den Walzern, Polkas und Märschen von Johann und Josef Strauss mächtig ins Zeug legten. Dynamisch ausgewogen spielten die Orchestergruppen miteinander, wenn Honeck Geige spielend beziehungsweise mit und ohne Geigenbogen den Takt vorgab, darüber hinaus seine Kollegen zu einem schwungvollen Musizieren animierte.

Hans Richter legte viel Humor in seine Moderationen

Neben dem Publikum hatte auch Hans Richter Spaß an dem faszinierenden Bühnengeschehen. Der allseits beliebte Schauspieler freute sich, dass sogar „mein Lieblingswalzer“ gespielt wurde. Er meinte damit den Titel „Rosen aus dem Süden“, der genauso elegant von der Bühne kam wie etwa die „Pizzikato Polka“, der „Banditengalopp“ oder die „Tritsch-Tratsch Polka“. Mit seinem lockeren Wiener Dialekt legte Richter zur allgemeinen Erheiterung viel Humor in seine Anmoderationen. Vor dem „Delirien Walzer“ vertauschte er sogar seinen roten Frack mit Weste und Seppelhut, um die weinselige Ausgelassenheit beim Heurigen auch optisch zu betonen.

Die zweieinhalb Stunden vergingen wie im Flug. Viel zu schnell wurde schließlich „An der schönen blauen Donau“ gespielt, die heimliche Nationalhymne Österreichs, zugleich das übliche Kultstück als offizielles Finale von Neujahrskonzerten. Die Musiker kosteten das Spiel mit dem Dreivierteltakt so richtig aus. Wie auch in Wien im Goldenen Musikvereinssaal ein paar Stunden zuvor war aber damit noch nicht endgültig Schluss. Ohne den „Radetzky-Marsch“ von Johann Strauss, dem Vater der Brüder Johann und Josef, ging es in der Stadthalle nicht. Und dafür gab es sogar zwei Dirigenten. Während Honeck für das Orchester zuständig war, dirigierte Hans Richter die Zuhörer, die tatkräftig mitklatschten.

Es gab stehende Ovationen als Dank für einen stimmungsvollen Start ins Neue Jahr mit Musik des Strauss-Clans.

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