Die Rücklagen sind in fünf Jahren aufgebraucht, im Herbst wird über „Restrukturierungen“ nachgedacht.

Prognose
Ein Spielbetrieb wie heute ist nach der aktuellen Prognose nur bis 2019 möglich. Archiv

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Andreas Fischer, Bild 1 von 2

Ein Spielbetrieb wie heute ist nach der aktuellen Prognose nur bis 2019 möglich. Archiv

In fünf Jahren haben die Bühnen gar kein Geld mehr. Am Ende der Spielzeit 2019/20 sind ihre Rücklagen auf magere 135 439 Euro zusammengeschmolzen. Ein gleichbleibender Spielbetrieb ist nur „bis 2018/19 möglich“. Diese dramatische Prognose steht im jüngsten Jahresabschluss der Bühnen und im aktuellen Fünf-Jahres-Plan. Akut flackert zwar weder im Theater noch im Opernhaus das letzte Lämpchen, doch wenn sich nicht grundlegend etwas ändert, geht es unaufhaltsam abwärts.

Wuppertal. „Dreh- und Angelpunkt ist die Frage: Wie gehen wir in dieser Stadt mit den Tariferhöhungen um?“, sagt Enno Schaarwächter, kaufmännischer Geschäftsführer der Bühnen. Das Problem ist nicht die meist jährliche Erhöhung an sich, sondern eine etwas seltsame Vertragslage zwischen Stadt und Bühnen.

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Die Stadt ist die alleinige Gesellschafterin der Wuppertaler Bühnen und Sinfonieorchester GmbH. Löhne und Gehälter steigen nun mal stetig, doch ihren Betriebskostenzuschuss von rund 16 Millionen Euro im Jahr will sie bis 2021 nicht erhöhen. Der Rat hat beschlossen, dass die Bühnen Tariferhöhungen selbst auffangen sollen. Und die müssen dafür an ihre Rücklagen gehen.

Eine Ausnahme sind die Musiker: Als sich das Sinfonieorchester 2011 den Bühnen anschloss, übernahm die Stadt deren Tariferhöhungen bis 1,5 Prozent jährlich – gut 100 000 Euro im Jahr muss sie also doch drauflegen. „Es war immer klar, dass es irgendwann nicht mehr reichen würde“, sagt Kulturdezernent Matthias Nocke. Im übrigen steht Wuppertal damit in NRW nicht allein, das Schauspiel Bochum etwa hat ähnliche Probleme.

Die Eintrittspreise sollen um zehn Prozent steigen

„Wir haben kaum noch Stellschrauben, an denen wir drehen können“, sagt Nocke. Die knappen künstlerischen Etats für Susanne Abbrederis und den neuen Opernintendanten Berthold Schneider bleiben immerhin unangetastet. Stattdessen will Schaarwächter die Eintrittspreise sukzessive um insgesamt zehn Prozent erhöhen. 2016 will er die Marketingausgaben um 50 000 Euro auf 200 000 Euro senken und „mit weniger Geld das Gleiche erreichen“. Orchester und Oper sollen durch mehr Gastspiele zusätzlich 50 000 Euro im Jahr erwirtschaften.

All das kann den kontinuierlichen Substanzverzehr nicht ausgleichen, entsprechend hoch ist der Handlungsdruck. Der Aufsichtsrat der Bühnen will sich im Oktober über „Restrukturierungen“ beraten. „Restrukturierung heißt nicht Zerstörung“, das ist Nocke wichtig. Auch Schaarwächter sieht nicht, dass eine Sparte geschlossen wird.

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