Museumsdirektor Gerhard Finckh hofft, die Gemälde ab August wieder einräumen zu können.

Die Bauarbeiter haben innen alle Scheiben aus der Decke   entfernt.
Die Bauarbeiter haben innen alle Scheiben aus der Decke entfernt.

Die Bauarbeiter haben innen alle Scheiben aus der Decke entfernt.

In einer nächtlichen Aktion hat ein Kran die alte Klimaanlage vom Dach gehievt, innen wurden für kleinere Arbeiten alle Scheiben aus den Decken entfernt.

idb Wülfrath, VDHM, Bild 1 von 2

Die Bauarbeiter haben innen alle Scheiben aus der Decke entfernt.

Wuppertal. Wo sind all die Bilder hin? Das Von der Heydt-Museum ist seit April geschlossen, weil eine neue Klimaanlage installiert wird. Museumsdirektor Gerhard Finckh hat die Kunstwerke nicht etwa dutzendweise an andere Häuser verliehen: „Das Verpacken und die Kontrolle wären für die wenigen Monate der Schließung viel zu aufwändig gewesen.“ Den Sommer über laufe nur der normale Leihverkehr mit Häusern, die auch Werke zu Ausstellungen in Wuppertal beigesteuert haben – wie das Museo Correr in Venedig und das Saarland-Museum.

Finckh hat die Bilder während der Bauarbeiten, die sich durchs ganze Haus ziehen, in den Depots verstaut. Im Bürgersaal, in dem sonst die Filme zur jeweiligen Ausstellung gezeigt werden, hat er sogar ein zusätzliches Depot eingerichtet: Mit deckenhohem Regal und doppelter Klimaanlage, für die eigens Leitungen auf die Wand gelegt wurden.

„Wir sind froh, dass wir jetzt auch mal Dinge erledigen können, die wir immer schon machen wollten“, sagt Finckh. Zum Beispiel dafür sorgen, dass „rund 20 Bilder sukzessive ordentliche Rahmen bekommen, um sie besser zur Geltung zu bringen“.

Picassos „Gabe“ wurde bisher teilweise vom Rahmen verdeckt

So wird Vincent van Goghs „Alte Frau“ von dem Rahmen befreit, der sich von außen nach innen verengt, was zu einem Trichterblick führte: „Jetzt wird die Frau nach vorn geholt.“ Auch Picassos „Gabe“ profitiert. Das Bild – es ist ohnehin nicht groß – war bisher teilweise vom Rahmen verdeckt. Die blaue Leuchtschrift von Maurizio Nannucci im Erdgeschoss, die nicht mehr genug Gas enthielt, ist abgenommen und wird wieder aufgefüllt.

Einige Mitarbeitern seien für die Zeit der Schließung freigesetzt worden, so Finckh, aber das Haus brauche auch jetzt eine Menge Aufsichtskräfte, etwa am Extra-Baustellen-Eingang oder wenn die mehr als 60 Handwerker in sensiblen Bereichen arbeiten. Diese installieren unter anderem neue Elektroleitungen, entsprechend gelöchert sind die Wände. In den Ausstellungsräumen werden neben den bisherigen Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsanzeigen auch Messgeräte für den CO2-Gehalt angebracht. Daran lässt sich ablesen, ob die Raumluft für die Besucher angenehm ist. Die lang ersehnte Tür zwischen Museumsshop und Studio am Wall ist eingebaut, nun müssen die Kinder zu ihren Kursen nicht mehr über die Straße.

Die neue Klimaanlage ist nötig, weil das bisherige, mehr als 30 Jahre alte Modell selbst durch einfallsreiche Handwerker nicht mehr sicher betrieben werden konnte. Finckh: „Wenn uns die bei einer Ausstellung mit millionenteuren Kunstwerken ausgefallen wäre, hätte das unser Renommee ruiniert.“

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