Der Krefelder Wolfgang Pfilips stellt an der Wiesenstraße aus.

Werkschau
Superrealistische Baumbilder sind die neuesten Werke von Wolfgang Pfilips, der seit mehr als 50 Jahren fast im Verborgenen arbeitet. Foto Andreas Fischer

Superrealistische Baumbilder sind die neuesten Werke von Wolfgang Pfilips, der seit mehr als 50 Jahren fast im Verborgenen arbeitet. Foto Andreas Fischer

Fischer, A. (f22)

Superrealistische Baumbilder sind die neuesten Werke von Wolfgang Pfilips, der seit mehr als 50 Jahren fast im Verborgenen arbeitet. Foto Andreas Fischer

Wuppertal. „Eine Million Euro für ein Gemälde – so viel kann kein Bild wirklich wert sein. Das ist kein Neid, sondern die pure Wahrheit“, sagt der 78-Jährige Wolfgang Pfilips, dessen Werke jetzt im Café Ada an der Wiesenstraße zu sehen sind. Dort kümmert sich Marlene Heupel um die Ausstellungsarbeit. Sie wurde auf den begabten Künstler aus Krefeld aufmerksam: „Ich finde seinen Werdegang als Autodidakt von den ersten, noch recht formalen, über die impressionistisch geprägten, abstrakten hin zu seinen jüngsten, superrealistischen Werken faszinierend. Das älteste Bild unserer Schau ist von 1968, das jüngste von 2013.“

Akribische Auseinandersetzung mit Struktur, Licht und Perspektive

Obwohl er Kunstkenner zu begeistern vermag, hat und hatte Wolfgang Pfilips nie eine Beziehung zum Wert seiner Bilder und zum Verkaufen. „Ich male nun schon seit mehr als 50 Jahren. Trotzdem sehe ich mich mehr als Sonntagsmaler“, sagt Pfilips. Wer die Werke betrachtet, erkennt aber schnell die Bescheidenheit, die hinter diesen Worten steckt. Mit viel Liebe zum Detail setzt sich Pfilips mit Struktur, Licht und Perspektive seiner Bildwelten auseinander. So entstanden auch die liebsten und neuesten Baummalereien.

„Mir sagte mal jemand, man könne erkennen, dass die Äste der Bäume im goldenen Schnitt abzweigen. Ob es stimmt weiß ich nicht. Fest steht jedoch, dass der goldene Schnitt eine Qualität im Bild zeigt, die niemand benennen kann“, erklärt Pfilips. Einen Wandel als Künstler, möchte er so nicht erkennen. Er sei genauso Liebhaber der abstrakten, wie der naturalistischen Kunst.

Die Kunst aus dem Kelleratelier wirkt wie gemalt – ist es aber nicht

1935 in Krefeld geboren, lebt er noch heute dort im Hause seines Vaters. In seinem Kelleratelier habe er eine unglaubliche Fülle an wunderbaren Werken geschaffen, so Heupel. Beim Betrachten glaubt man kaum wie diese entstanden sind: Bei Kunstlicht, nur mit Spachtel aufgetragen. „Leuten, die mir das nicht glauben wollen, sage ich immer, dass doch ein Pinsel dran gewesen ist – für die Signatur“, sagt der Künstler schmunzelnd. Wuppertal soll die letzte Station seiner Kunst sein. Nur einmal zuvor wurden die Werke in Krefeld ausgestellt. Sie sind eben – so der Titel der Schau – „fast ungesehen von der Welt“.

Die Werkschau „Fast ungesehen von der Welt“ kann bis zum 27. Februar täglich ab 17 Uhr an der Wiesenstraße 6 besucht werden.

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