„Ni“ ist am Samstag und Sonntag im Haus der Jugend zu sehen.

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Die jungen Darsteller des Close Up-Theaters setzen sich in diesem Jahr mit dem Thema Populismus auseinander.

Die jungen Darsteller des Close Up-Theaters setzen sich in diesem Jahr mit dem Thema Populismus auseinander.

Anna Schwartz

Die jungen Darsteller des Close Up-Theaters setzen sich in diesem Jahr mit dem Thema Populismus auseinander.

Dumpf klingende Trommeln sind zu hören, schneller, immer schneller. Dann Stille. „Ist das der Anfang?“, fragt eine junge Frau. Das Scheinwerferlicht fällt auf sie, als sie ruft: „Ich bin das Herz deiner Angst, die Faust eurer Wut.“ Das ist nur eine der beeindruckenden Szenen, die das Ensemble des Close Up-Theaters am Mittwochnachmittag im Haus der Jugend für die Premiere am Samstag unter dem Titel „Ni“ (Esperanto: „Wir“) probte.

Die jungen Darsteller setzen sich in ihrem diesjährigen Stück mit den Mechanismen von Populismus auseinander und fragen, was populistische Politiker motiviert. „Wir widmen uns immer einem politischen Thema. Der Zeitgeist schreibt den Weg vor, deshalb sind wir nach dem Flüchtlingsthema im vergangenen Jahr jetzt bei Populismus gelandet“, erklären Charlotte Arndt und Dilara Baskinci, die künstlerischen Leiterinnen der Inszenierung. Entstanden ist sie in den vergangenen sechs Monaten, in denen sie an vielen Wochenenden intensiv mit den zwölf Darstellern geprobt haben. In der Woche vor den beiden Aufführungen am Samstag und Sonntag sogar jeden Tag.

„Anfangs wussten wir nicht, wo wir landen würden. Dann entstand die Idee, die wir kollektiv zu einem Stück verwoben haben“, schildert Baskinici. Drei Musiker des Royal Street Orchestra sorgen für die musikalische Untermalung. Das Stück beleuchtet den schmalen Grad, auf dem Menschen andere denunzieren. „Es führt uns dahin, wo das wir aufhört, und das ihr beginnt“, fasst Arndt zusammen.

Das rund zwei Stunden lange Stück spielt in einem Dorf, wie es überall auf der Welt eines geben könnte. Abends trifft man sich im Wirtshaus, man redet, man kennt sich. Essen gibt es immer genug - es sind die fetten Jahre. Was könnte da die Chancen einer politischen Außenseiterin verbessern?Niemand braucht Veränderungen, niemand braucht Politik. Da kommt es nicht ungelegen, dass eines Tages eine Fremde auftaucht.

„Fakten - wenn es sie nicht gibt, dann muss man sie erfinden.“ Oder: „Wenn alles perfekt ist, vergessen die Menschen, was zu verteidigen ist“, heißt es in weiteren Szenen. Das Stück wird am Samstag, 7. April, 19.30 Uhr und einen Tag später um 18 Uhr im Haus der Jugend am Geschwister-Scholl-Platz 4 - 6 gespielt.

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