Die 80-Jährige war Lehrerin, nun ist sie Künstlerin.

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Christine Franksen stellt bis zum 22. März in der Backstubengalerie aus.

Christine Franksen stellt bis zum 22. März in der Backstubengalerie aus.

Andreas Fischer

Christine Franksen stellt bis zum 22. März in der Backstubengalerie aus.

Wuppertal. Anlässlich des 80. Geburtstags von Christine Franksen zeigt die Backstubengalerie unter dem Titel "Das zweite Leben" eine Retrospektive der Berliner Künstlerin. Nach der Berufstätigkeit als Buchhändlerin und Lehrerin hat die Mutter zweier Kinder ab 1979 ihr zweites Leben begonnen. Seitdem widmet sie sich intensiv der künstlerischen Arbeit. Collagen, Aquarelle, Ölgemälde und Steinskulpturen sind zu sehen - und ebenso Puppen, die Franksen zur Verwendung in einem psychodramatischen Workshop fertigte.

Mit symbolistischen Collagen hat Franksen ihre künstlerische Arbeit begonnen und immer wieder zu dieser Form zurückgefunden. Sie verwendet Ausschnitte aus Magazinen oder Prospekten in eher zurückhaltenden Farben und kombiniert sie mit feinen Zeichnungen. Stets bleibt auch viel freie Bildfläche bestehen. Gesichter von Mädchen und Frauen, Körperteile, Tiere, Wolken, pflanzliche Elemente, auch Obst und Gemüse sind auf den Bildern zu sehen. Franksen fügt die Motive zu Szenerien zusammen, die anregend vieldeutig sind und auch geheimnisvoll bleiben. Als Titel dienen Anfänge von Volksliedern oder Arien, die in zarten geschwungenen Wortreihen auf die Bildfläche geschrieben sind.

Mit ihren Ölgemälden steht die Berlinerin den Werken der Surrealisten nahe, vor allem René Magritte, Salvatore Dalí und Max Ernst. Immer wieder erinnert die Stimmung der Werke an diesen oder jenen Künstler. Doch Franksen bietet eigenständige, bedeutungsvolle Bildwelten, in denen sie reale, surreale und abstrakte Elemente verknüpft und in denen der weibliche Körper, das weibliche Empfinden und Handeln eine besondere Rolle spielen.

Felizitas Sagebiel, Professorin im Fachbereich Bildungs- und Sozialwissenschaften der Bergischen Uni, hat die Ausstellung kuratiert und einen Katalog herausgegeben. "Bisher hat die Künstlerin ihre Arbeiten erst selten gezeigt", schildert Sagebiel. Daher sei es ihr, der jüngeren Schwester, wichtig gewesen, die Retrospektive zu veranstalten.

Die Arbeiten sind bis Sonntag, 22. März, in der Backstubengalerie an der Schreinerstraße zu sehen: mittwochs, 16 bis 19 Uhr, donnerstags und freitags, 17 bis 20 Uhr, sowie sonntags, 11 bis 14 Uhr.

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