Die Albert-Camus-Tage verstehen sich als Signal gegen Sparpläne. Die Veranstaltungen finden - in Kooperation mit den Wuppertaler Bühnen - zum Großteil im Schauspielhaus statt.

wza_1164x1500_609082.jpeg
Ein Festival erinnert an den Literaten Albert Camus (1913-1960).

Ein Festival erinnert an den Literaten Albert Camus (1913-1960).

Archiv

Ein Festival erinnert an den Literaten Albert Camus (1913-1960).

Wuppertal. Der Blick geht genauso zurück wie nach vorn: Ein Festival soll die Erinnerung an den preisgekrönten Philosophen lebendig halten. Die internationalen Albert-Camus-Tage sollen allerdings noch viel mehr sein - ein Zeichen gegen die drohenden Sparmaßnahmen auf dem kulturellen Parkett.

Vom 15. bis 24. Januar heißt es deshalb: "Ich revoltiere, also sind wir." Oder wie es die Veranstalter zusätzlich überschreiben: "Camus lebt!"

Wuppertal ist damit die erste deutsche Stadt, in der das "Albert Camus Jahr 2010" zum 50. Todestag des Nobelpreisträgers "mit einem größeren Live-Ereignis begangen wird", wie Ulrich Klan von der Armin T. Wegner Gesellschaft mit Stolz betont. "Wir haben Referenten und Künstler aus Madrid, Marseille, Berlin und anderen Städten gewonnen." Das Programm kann sich deshalb sehen lassen: Es gibt Lesungen, (Uraufführungs-)Konzerte, Filme, Vorträge, Theater und eine Ausstellung ("Die Fremde").

Zum Auftakt gibt es ein Wiedersehen mit Schauspielerin Ulrike Schloemer

Die Veranstaltungen finden - in Kooperation mit den Wuppertaler Bühnen - zum Großteil im Schauspielhaus statt. Dies soll nicht nur eine Referenz an den Schriftsteller und Theatermann sein. "Camus lebt" verstehen die Organisatoren auch als Beitrag für einen "lebendigen Widerstand zum Erhalt des Wuppertaler Schauspielhauses". "Die Schließungspläne sind bundesweit ein trauriges Symbol geworden", sagt Klan.

Zu den Höhepunkten dürfte die Eröffnung am Freitag, 15. Januar, gehören: Ulrike Schloemer, ehemalige Darstellerin an der Berliner Schaubühne, früher auch Publikumsliebling im Wuppertaler Schauspielhaus, liest in der Elberfelder Citykirche um 19.30 Uhr aus Camus’ Tagebüchern und Essays. Dazu gibt es - zum Teil in Uraufführungen - Musik von Boris Vian, Erik Satie, Ulrich Klan und Andreas Leep.

"Der Fremde": Filmvorführung im Schauspielhaus

Anlässlich des 50. Todestages erinnert ein siebentägiges Festival an den Schriftsteller, Résistance-Kämpfer und Literaturnobelpreisträger Albert Camus (1913-1960). In Filmen, Konzerten, einem Forum der Initiativen, Theater, Lesungen und Vorträgen werden Werk und Botschaft des Rebellen lebendig.

Veranstalter sind die internationale Armin T. Wegner Gesellschaft und die Wuppertaler "Stiftung W”. Die Reihe ist eine Kooperation mit den Wuppertaler Bühnen, der Bergischen Universität, der Peter Kowald Gesellschaft und der Naturfreunde Wuppertal.

Am 16. Januar, 15.30 Uhr, folgt ein Vortrag von Lou Marin: Der französische Autor spricht auf Deutsch über den Résistance-Kämpfer - die Veranstaltung im Schauspielhaus gestaltet er zusammen mit der Wuppertaler Journalistin Anne-Kathrin Reif.

Einen Tag später, am 17. Januar, kommt Bestsellerautor Fernando Savater aus Madrid ins Schauspielhaus: Der Philosoph spricht um 11 Uhr über "Ethik nach Camus". Bereits am 16. Januar gibt es an selber Stelle ein Jazz-Nachtfoyer zu Camus’ "Sisyphos" (22 Uhr) und eine Rarität: Mark Tykwers "Movie in Motion" zeigt um 19 Uhr die einzige deutschsprachige 35mm-Kopie von Viscontis berühmter Verfilmung "Der Fremde" mit Marcel Mastroianni.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer