Groß war das Interesse am Auftritt in der Antonius-Kirche: Der Kammerchor Elberfeld stellte eine Klavierfassung vor.

Barmen. Das Brahms-Requiem einmal anders: Unter der Leitung von Georg Leisse führte der Kammerchor Elberfeld das beliebte Oratorium in der Barmer Antonius-Kirche auf und präsentierte es in einer Fassung mit zwei Klavieren. Das Interesse an dem Konzert war groß, die Bänke in dem großen Kirchenraum voll besetzt.

Neuer Blick auf ein vertrautes Werk

Die Aufführung der Klavierfassung gebe die Gelegenheit zu einer Neubegegnung mit einem vertrauten Werk, kündigt Lutz-Werner Hesse, Direktor der Musikhochschule Wuppertal, in seiner Einführung an. "In der gewohnten Fassung sorgt das Orchester für einen warmen, schwermütigen Ton. Die Klaviere hingegen erbringen einen klareren, stärker konturierenden Klang", so erläutert Hesse.

Tatsächlich ist die Wirkung eine andere, das ist schon in den ersten Takten zu hören. Der Chor wird längst nicht so stark von einem Klangfundament getragen, wie es sonst bei der Orchesterbegleitung der Fall ist. So erweist sich das anspruchsvoll zu singende Requiem als Herausforderung für den Kammerchor.

Der erste Satz erklingt zunächst noch vorsichtig tastend, es fehlen die großen Bögen und ein tragfähiger Zusammenklang des Chores. Intensiver wird es dann zum zweiten Satz mit der Eingangszeile "Denn alles Fleisch, es ist wie Gras".

Alexander Schmitt und Christine Hoffmann überzeugen als Solisten

Passend zum Text gelingen darauf auch einige Passagen schön zart und duftig. Insgesamt müsste der Chor-Part allerdings genauer und oftmals auch impulsiver umgesetzt werden. Im Sopran sind eher zaghafte Einsätze zu hören. Die Tenorstimme erklingt dagegen wesentlich verlässlicher.

Die beiden Pianistinnen Maria Bennemann und Elena Zakharevitch führen die Begleitung konzentriert und gehaltvoll aus. Sie könnten allerdings noch etwas aufmerksamer mit dem Chor und den Solisten zusammen musizieren.

Bariton Alexander Schmitt überzeugt, er gestaltet genau und mit warmem, geschmeidigem Klang. Sopranistin Christine Hoffmann singt ihren Part sicher, auch in der sehr hohen Lage. So bringen die beiden Solisten Glanz in die Aufführung.

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