Stadt bestätigt am Mittwoch Informationen der Westdeutschen Zeitung. Engagement in Wuppertal endet zwei Jahre früher als geplant, Saison 2016/2017 wird wie geplant umgesetzt.

Susanne Abbrederis verlässt das Wuppertaler Schauspiel vermutlich Ende der Spielzeit. Archiv
Susanne Abbrederis verlässt das Wuppertaler Schauspiel vermutlich Ende der Spielzeit. Archiv

Susanne Abbrederis verlässt das Wuppertaler Schauspiel vermutlich Ende der Spielzeit. Archiv

Andreas Fischer

Susanne Abbrederis verlässt das Wuppertaler Schauspiel vermutlich Ende der Spielzeit. Archiv

Wuppertal. Die Stadt Wuppertal hat am Mittwochnachmittag die exklusiven WZ-Informationen per Pressemitteilung bestätigt: Die Schauspiel-Intendantin Susanne Abbrederis wird ihre Tätigkeit in Wuppertal am 31. Juli 2017 beenden. Die Entscheidung sei einvernehmlich mit der Wuppertaler Bühnen und Sinfonieorchester GmbH gefallen. Ihr Engagement endet nach drei Jahren und damit zwei Jahre früher als geplant. Die Saison 2016/2017 wird wie geplant umgesetzt.

 

Ursprungsmeldung: Das Gastspiel von Susanne Abbrederis neigt sich seinem Ende zu. Nach Informationen der Westdeutschen Zeitung trifft sich der Aufsichtsrat der Wuppertaler Bühnen am Mittwoch um 11 Uhr zu einer Sondersitzung. Auf der Tagesordnung steht ein Aufhebungsvertrag, den die Schauspielintendantin bereits unterschrieben haben soll. Demnach verlässt Abbrederis ihren Posten spätestens zum Ende der gerade begonnenen Spielzeit.

Peter Vorsteher (Grüne) gehört zu den Unterstützern der Intendantin

„Künstlerisch wäre das ein Verlust für Wuppertal“, sagt Peter Vorsteher (Grüne). Er ist Mitglied des Aufsichtsrates und weiß nach eigenem Bekunden nicht, was sich hinter dem einzigen Punkt der Tagesordnung verbirgt. Vorsteher gehört zu den Unterstützern der Intendantin. Auch in der Vorsitzenden des Aufsichtsrates, Bürgermeisterin Ursula Schulz, hat Abbrederis eine Fürsprecherin. Schulz hatte sich gegen Widerstand auch aus den eigenen Reihen für die Österreicherin als Chefin des Schauspiels und gegen eine jüngere Mitbewerberin ausgesprochen.

Doch nun die Kehrtwende. Die Dramaturgie des Tages soll nach WZ-Informationen so ablaufen, dass Ursula Schulz das Ensemble von den neuesten Entwicklungen in Kenntnis setzt. „Dass Frau Abbrederis bis zum Ende der Spielzeit bleibt, gäbe uns die Möglichkeit, in aller Ruhe nach einem Nachfolger zu suchen“, sagt Vorsteher. Er wünsche sich eine Findungskommission nach Art der Suche nach Kamioka-Nachfolgern. „Das hat mit den Ergebnissen Berthold Schneider für die Opernintendanz und Julia Jones für das Orchester doch hervorragend funktioniert.“

Gute Noten für „Die Wupper“ und „Die Buddenbrooks“

Nicht nur Peter Vorsteher attestiert Abbrederis sehr gute Arbeit für das Schauspiel in Wuppertal. Auch das Publikum überschüttete die ehemalige Chefdramaturgin des Wiener Volkstheaters mit Lob. Ihre Inszenierung des Else-Lasker-Schüler-Stücks „Die Wupper“ an verschiedenen Schauplätzen in der Stadt machte ebenso Furore wie jüngst die Inszenierung des Thomas-Mann-Werkes „Die Buddenbrooks“ im Haus der Gesellschaft Concordia am Werth in Barmen.

Zum Nachteil für Abbrederis geriet aber ein Gutachten, dass den Bühnen, dem Orchester und dem Opernensemble zu deutlich mehr Auftritten riet, um mehr Einnahmen zu erzeugen. „Für Orchester und Oper ist das offenbar kein Problem. Aber soweit ich gehört habe, hat Frau Abbrederis Bedenken“, sagt Vorsteher.

Diese Bedenken könnten vor dem Hintergrund des engen finanziellen Korsetts der Bühnen nun zum vorzeitigen Ende der zunächst auf fünf Jahre abgeschlossenen Zusammenarbeit Wuppertals mit der Schauspiel-Intendantin führen.

Ganz kostenlos wäre die Trennung allerdings nicht zu haben. Dem Vernehmen nach soll Susanne Abbrederis mit 80 000 Euro abgefunden werden. Mit ihr verließe demnach auch die Dramaturgin Cordula Fink-Schürmann das Wuppertaler Schauspiel.

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