Die Beyenburger Klosterkirche war einmal mehr eine Traumkulisse.

wuppertaler orgeltage
Gastspiel bei den Orgeltagen: Tobias Füller (Trompete) und Franz-Josef Reidick (Orgel) musizierten in der Beyenburger Klosterkirche.

Gastspiel bei den Orgeltagen: Tobias Füller (Trompete) und Franz-Josef Reidick (Orgel) musizierten in der Beyenburger Klosterkirche.

Uwe Schinkel

Gastspiel bei den Orgeltagen: Tobias Füller (Trompete) und Franz-Josef Reidick (Orgel) musizierten in der Beyenburger Klosterkirche.

Wuppertal. Auf Sonnenschein und gute Laune scheint das stets gut besuchte Konzert der Wuppertaler Orgeltage in der Beyenburger Klosterkirche abonniert zu sein. Jedenfalls gab es am Sonntagnachmittag wieder ein Gläschen Sekt zur Einstimmung im schönen Ambiente des Gartens und ein „Barocke Pracht“-Konzert mit Tobias Füller (Trompete) und Franz-Josef Reidick (Orgel).

Mit dem schmetternden, triumphalen Einzug der Königin von Saba aus Händels Oratorium „Salome“ starteten die Musiker fulminant ins Programm. Auch die strahlende Sonate in F von Pietro Baldassare verbreitete Prachtvolles im herrlichen, barock ausgestalteten Kirchenraum.

Ein Ausflug in ruhigere Welten: Süße Klänge am Rande des Kitsches

Nach so viel Klanggewalt verlangten die Ohren nach Ruhigerem. Dafür sorgten Mendelssohn-Bartholdys Thema mit Variationen in D-Dur und Jan Nerudas Largo aus seinem Es-Dur Konzert: Für die einen ist das Musik, die die Seele streichelt, für den anderen süßer Schmelz am Rande des Kitsches. Aber so ist das mit der Musik: Sie polarisiert und weckt Emotionen. Und jeder nimmt sie anders wahr.

Trompete trifft auf Orgel: Eine Kombination, die die Ohren erfreute

Tobias Füller spielte sein Instrument versiert, nur manchmal nicht ganz sauber, wenn er Läufe zu hektisch nahm oder Töne veratmete. Das Zusammenspiel mit dem Organisten war vorbildlich, obwohl man die Klang-Gewichtung noch besser austarieren könnte – was im recht kleinen Kirchenraum ein schwieriges Unterfangen ist.

In Vivianis Sonata prima wechselten langsame und rasche Sätze, umspielte in einem die Orgel die Solostimme mit einer zweiten Trompetenstimme. Und „Trumpet voluntary“ von John Stanley entließ beschwingt in den sonnigen Spätnachmittag.

Wolf Rüdiger Spieler (Köln) präsentiert am heutigen Dienstag um 19.30 Uhr die neue Peter-Orgel in der Neuapostolischen Kirche an der Hardtstraße in Elberfeld. Nähere Infos zu den Orgeltagen gibt es unter
http://www.organissimo.com/

Zwischen den Werken für Trompete und Orgel siedelte Franz-Josef Reidick seine Solo-Orgel-Werke an. Mit Bruhns, Buxtehude, Böhm und Bach blieb er im Barock und zeigte, was die kleine, zweimanualige Seifert-Orgel mit 22 Registern leisten kann: In Buxtehudes Präludium etwa steht das Pedal im Mittelpunkt.

Böhms „Vater unser“ wucherte mit effektvollen Verzierungen, Bachs Fuge G-Dur tänzelte rhythmisch daher und im Präludium von Bruhns durfte die Registervielfalt erprobt werden. Dass sich kleine Spielfehler einschlichen, verzieh man bei dem prächtigen Programm gerne.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer