Der Lyriker lässt Gefühle in seinen zwei neuen Werken lebendig werden.

Der Lyriker lässt Gefühle in seinen zwei neuen Werken lebendig werden.
Arber Shabanaj hat zwei neue Werke veröffentlicht. Archiv

Arber Shabanaj hat zwei neue Werke veröffentlicht. Archiv

Stefan Fries

Arber Shabanaj hat zwei neue Werke veröffentlicht. Archiv

Wuppertal. Sorgfältig sind die Worte gesetzt. Manchmal ein wenig umständlich in dem Bemühen, alles ganz genau zu schildern. Denn Arber Shabanaj hat einen Blick für Details, widmet sich den Kleinigkeiten des Lebens. Gleich zwei Bücher hat der Wuppertaler Autor jetzt gleichzeitig in der Edition Garamond herausgebracht: den Gedichtband „Exkursion der Lyrik“ und „Schuhe der Scham“ mit Kurzgeschichten. „Ich hatte beide Projekte kurz hintereinander abgeschlossen“, erklärt Shabanaj. Drei Verlage hatten an den Werken aus zwei Jahrzehnten Schaffenszeit Interesse. Der Lyriker wählte den umtriebigen österreichischen Garamond-Verlag, der sich jungen Autoren widmet.

„Der Leser soll schmunzeln, sich amüsieren und sieht sich schließlich doch einem schwerwiegenden Problem gegenüber.“

Arber Shabanaj

In einheitlichem Hellblau kommen die beiden Bände nun daher. Viele Hoffnungen, Wünsche und Ängste hat der geborene Albaner darin verarbeitet, der vor der Gewalt in seiner Heimat nach Deutschland geflüchtet war. Es ist erstaunlich, wie feinfühlig Shabanaj mit der erst im Erwachsenenalter gelernten deutschen Sprache umgeht.

Durch die Gedichte weht oft eine Schwermut, die aus der Erinnerung an Verluste kommt. Freiheit, die genommen wurde, Träume, die geplatzt sind. Auch die Liebe findet ihren Platz, doch häufiger bringt Shabanaj schreckliche Erlebnisse in eine literarische Form.

Die Geschichten spielen zum Teil in Wuppertal und bleiben doch fremd. Der kulturelle Hintergrund Arber Shabanajs mischt sich mit seinen Erlebnissen in Deutschland, etwa in der Bürokratie. Eindringlich schildert der Elberfelder die tiefe Kluft zwischen armen und reichen Familien. Er hinterfragt verschiedene Auslegungen von Moral und Anstand, von Scham und Selbstverständnis.

Tiefe Gefühle, gerade junger Menschen, lässt Shabanaj in seinen Erzählungen lebendig werden. Und er verarbeitet seine Erfahrungen als Poet in einer Welt, die von hoher Literatur nicht viel wissen will. „Der Leser soll schmunzeln, sich amüsieren und sieht sich schließlich doch einem schwerwiegenden Problem gegenüber“, erklärt Shabanaj.

 

» „Schuhe der Scham“ (19,80 Euro) und „Exkursion der Lyrik“ (16,80 Euro) sind in der Edition Garamond erschienen und können über den Buchhandel bestellt werden.

jembiter-liber.de

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