Die rote Frucht ist sein Lebensthema: Olaf Engel stellt bis zum 29. August im Heine-Kunst-Kiosk aus.

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Olaf Engel bei der Vernissage: Der Künstler zeigt seine Arbeiten an der Wichlinghauser Straße.

Olaf Engel bei der Vernissage: Der Künstler zeigt seine Arbeiten an der Wichlinghauser Straße.

Gerhard Bartsch

Olaf Engel bei der Vernissage: Der Künstler zeigt seine Arbeiten an der Wichlinghauser Straße.

Wichlinghausen. Eine riesige rote Erdbeere ruft bei den Besuchern der Ausstellung „Erdbeergericht“ im Heine-Kunst-Kiosk keine süß-sommerlichen Assoziationen hervor. Denn mit der Frucht in Öl auf Leinwand auf 120 mal 90 Zentimetern stimmt etwas nicht. Herzförmig ist sie: Oben rund läuft sie unten schmal zu. Doch dem Herzen ähnlich ziehen sich blaue Adern über das rote Fleisch.

Es sieht so aus, als pellte sich die Haut der Erdbeere und stellte das Organ darunter bloß. Noch dazu steckt eine Niete darin und die Frucht vor einem dunklen Hintergrund wurde mit Salat- und Rosenblatt dekoriert.

Das Bild mit dem Namen „Erdbeerpunk“ von Olaf Engel ist wie eine Zusammenfassung seiner Arbeit: „Das Universum besteht aus einer Erdbeere“, behauptet der Künstler und erläutert: „Erdbeeren sind wie Atome, die die Süße des vergänglichen Lebens repräsentieren.“ Seit 1997 studiert und malt Olaf Engel die rote Frucht, sie wurde zu seinem Lebensthema. „Ich wollte mal etwas anderes malen als Metall – ein klassisches Stillleben, aber nur mit Erdbeeren“, sagt er.

Die vielen Seiten der Erdbeere

Eine Auswahl von zwölf Bildern ist bis zum 29. August in der Galerie ausgestellt. Vielseitig zeigt sich die Erdbeere: ob als Dessert mit Sahnehäubchen im Glas oder detailgetreu in der Masse als Haufen. Engel arbeitet oft mit dem klassischen Kontrast von Rot und Weiß. Blutige Flecken hinterlässt die matschige Frucht auf einer weißen Tischdecke im Stillleben. Auf einem anderen Bild sieht der Betrachter Muster und Grenzen in der Anordnung der unterschiedlichen runden Früchtchen. „Jede ist ganz individuell“, schwärmt Olaf Engel, der thematisch passend eine Erdbeermütze trägt und auf ein Bild blickt, das eine grüne unreife Frucht zeigt. Mit zehnmal zehn Zentimetern ist es das kleinste Kunstwerk und kaum größer als diverse Dekoartikel in Form von Erdbeeren, die den Kunst-Kiosk schmücken. Es sind Geschenke von Freunden und Bekannten, die erfahren haben, dass er auf den Geschmack gekommen ist.

Wer in die kleine kitschige Erdbeerwelt eintauchen will, kann die Schau an der Wichlinghauser Straße 29a bis zum 29. August besuchen. Termine können telefonisch oder per Mail bei Barbara Held (Telefon 0202/47 50 98, barbaraheld@netic.de) und Boris Meißner (02191/73 162, boris.meissner@freenet.de) vereinbart werden.

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