Dirk Schäfer stellt in der Backstubengalerie aus.

Nordstadt. Es sind die Sagen von Ikarus und den Flügeln aus Vogelfedern, die Dirk Schäfer inspirierten. Denn als Ikarus so hoch flog, dass die Hitze der Sonne das alles zusammenhaltende Wachs schmolz, musste Ikarus unweigerlich abstürzen. Dies ist genau der Punkt, den Schäfer in vielen Werken einfangen will: der Fall, das Schweben, das Taumeln. „Außerdem bin ich als Segelflieger begeistert von Fallschirmspringern.“

So kann man Bilder sehen, in denen muskulöse, stets nackte Körper in Richtung Boden fallen. In anderen Werken ist dagegen ein Oben oder Unten nicht mehr auszumachen – das Hauptaugenmerk liegt auf fallenden, meist männlichen Körpern. Doch das ist nur eine künstlerische Seite, die Schäfer bis zum 16. Februar in der Backstubengalerie an der Schreinerstraße 7 zeigt.

Sehnsüchte, philosophische Gedanken und entrückte Sichten

Viele andere Werke drehen sich um das Thema „Entrückte Sichten“. Hierbei ließ sich Schäfer von dem Ort Cortona in der Toskana inspirieren. Er zeigt den Blick aus dem Fenster einer Dachkammer oder aus einer engen Gasse in die Weite der Landschaft. „Mir ging es vor allem um die Gleichzeitigkeit von Innen und Außen.“ Nicht nur mit diesem Ansatz verfolgt er philosophische Gedanken. Wenn er ein Boot darstellt, das aus der Helle in die pechschwarze Dunkelheit treibt und diesem Werk den Titel „Lebensboot“ gibt, will er damit darauf hinweisen, dass die heutige Spaßgesellschaft nicht mehr weiß, wo es sie eigentlich hintreibt.

Dann wieder beschäftigte ihn der Gedanke einer „nichterreichbaren Sehsucht“. Herausgekommen ist das Bild „Fährmann“, das wie das „Lebensboot“ einen positiven Titel hat, aber eine eher negative Stimmung erzeugt. Denn der Fährmann dürfte durch den maroden Steg und mit seinem halb gesunkenen Boot nicht mehr viele Sehnsüchte erkunden können. Doch gerade diese Stimmungen haben ein Ziel: „Ich möchte den Betrachter mit meinen Bilder berühren“, so Schäfer.

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