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Bert Didillon (links) und Carl Hager stellen bis zum 14. April in der Galerie „pass:projects“ aus.

Bert Didillon (links) und Carl Hager stellen bis zum 14. April in der Galerie „pass:projects“ aus.

Gerhard Bartsch

Bert Didillon (links) und Carl Hager stellen bis zum 14. April in der Galerie „pass:projects“ aus.

Arrenberg. An der Wand hängt ein Badezimmerteppich in Gelb und Orange: Etwas Alltägliches wird zur Kunst. Künstler Bert Didillon begründet es so: „Ich suche das Ernsthafte im Profanen.“ Auch mit den Erwartungen des Betrachters seiner Kunst spielt der gebürtige Wuppertaler gerne, wenn er einen kreisrunden Spiegel aufhängt, der in der Mitte ein Loch hat. Stellt man sich davor, so sieht man seinen Unterkörper, die Decke und Wände – aber nicht sein Gesicht. „Der Blick ins Leere“ – so erläutert Didillion dieses Spiel, das beim Betrachter ein gewisses Unbehagen auslöst.

Unter dem Titel „In der Augenhöhle des Löwens“ zeigt er in Jürgen Grölles Galerie „pass:projects“ Bilder, Fotografien und Objekte. Aber nicht allein: Auch sein Künstlerkollege Carl Hager ist mit mehreren Skulpturen und Installationen vertreten.

Im Mittelpunkt seiner Werke steht ein „Zick-Zack-Brunnen“, wie Hager diesen nennt. An einem filigranen Drahtgestell laufen acht Hosengummibänder im Zick-Zack-Kurs nach unten, bis sie – baumelnd – knapp über einem Becken enden. Über eine Pumpe wird Wasser aus diesem Becken an den Bändern wieder heruntergelassen. „Das ist eine Versuchsanordnung, um Wasser umzuleiten“, erklärt Hager. Das Wasser strömt nicht einfach von einem Punkt zum anderen, es wird in diesem Muster immer wieder abgelenkt. „Ich sehe das Wasser nicht als Symbol, sondern als Baustein“, sagt Hager.

Wer dabei ganz genau hinsieht, wird feststellen, dass sich die gesamte Konstruktion leicht bewegt, denn das immer wieder umgelenkte Wasser versetzt den Drahtrahmen in Schwingung. Durch das Tropfen ins Becken und dem dazugehörigen Plätschern schließt sich dann wieder dieser „geschlossene Kreislauf“ des Wassers. fb

» Die Arbeiten sind bis zum 14. April in der Galerie „pass:projects“ an der Friedrich-Ebert-Straße 143e zu sehen – jeweils mittwochs und donnerstags von 17 bis 20 Uhr, freitags von 17 bis 19 Uhr sowie samstags von 13 bis 16 Uhr.

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