Künstlerduo in der Backstubengalerie.

Vernissage Backstubengalerie
Diana Weidemann (l.) und Doris Stückrath in der Backstubengalerie.

Diana Weidemann (l.) und Doris Stückrath in der Backstubengalerie.

Bartsch,Gerhard (b13)

Diana Weidemann (l.) und Doris Stückrath in der Backstubengalerie.

Wuppertal. Doris Stückrath und Diana Weidemann lernten sich online kennen. Im sozialen Netzwerk präsentierten die Wuppertaler Künstlerinnen ihre Bilder. Was die eine machte, gefiel der anderen. „Es war der Kracher!“, rufen die beiden fast wie aus einem Mund. „Wir merkten schnell: Wir haben denselben Hintergrund.“ In der wirklichen Welt etwas auf die Beine stellen - das war der gemeinsame Plan. Letzte Woche eröffnete das Duo gutgelaunt die Ausstellung „Malerei und Karikatur“ in der Elberfelder Backstubengalerie.

Was beide tatsächlich verbindet, ist die Spannung zwischen Form und Formlosigkeit. Bei Stückrath steht die die Auflösung der Form am Anfang. Bei Gemälden wie „Turner, Schwein und Dame“ lässt sie die Farben verlaufen, um dann mit feinem Stift weiterzuarbeiten. So entstehen Tiere, Menschen und allerlei Zwischenwesen. Diese Lust an der Karikatur zeigt sich auch bei bemalten Puppenköpfen, Pappobjekten und Collagen wie „Hasen-Maffia“, wo die schwarze Sonnenbrille dem harmlosen Tier etwas Grotesk-Unheimliches verleiht.

Weidemann, die unter dem Künstlernamen „diJana“ veröffentlicht, geht vom formstrengen Porträt aus. Die Vergänglichkeit ihrer Männer und Frauen unterstreicht sie durch verwischte Farblinien, die das dargestellte Gesicht fast verdecken. Bei „Die verlorene Krone“ ist sie einen Schritt weitergegangen und hat einen Teil des Kopfes in Fetzen gerissen. „Da muss man mutig sein. Das heißt schon was: ein komplettes Werk schaffen und es dann zerstören.“ Andere Bilder dagegen sind zu schön, um sie derart zu behandeln - so etwa das Porträt des Bluesmusikers Richard Bargel.

Ob nun Karikaturen oder „zerstörte“ Porträts - die beiden Künstlerinnen nehmen die Freiheit der Kunst wirklich ernst. „Beim Malen kann ich machen, was ich will, und nicht das, was ich muss“, lautet „diJanas“ Statement. Weiter so. Die Gemeinschaftsausstellung ist noch bis zum 22. März in der Backstubengalerie, Schreinerstraße 7, zu sehen. Öffnungszeiten: Mittwoch von 16 bis 19 Uhr und Sonntag von 11 bis 14 Uhr. dad

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