Die Wuppertalerin stellt „Tanzträume“ vor. Zu sehen sind Jugendliche – und die letzten Aufnahmen von Pina Bausch.

In der jüngsten „Kontakthof“-Version tanzen 14- bis 18-Jährige – hier ein Szenenbild aus dem Stück, das auch im Film vorkommt. Heute ist die Choreographie noch einmal um 19.30 Uhr im Opernhaus zu sehen.
In der jüngsten „Kontakthof“-Version tanzen 14- bis 18-Jährige – hier ein Szenenbild aus dem Stück, das auch im Film vorkommt. Heute ist die Choreographie noch einmal um 19.30 Uhr im Opernhaus zu sehen.

In der jüngsten „Kontakthof“-Version tanzen 14- bis 18-Jährige – hier ein Szenenbild aus dem Stück, das auch im Film vorkommt. Heute ist die Choreographie noch einmal um 19.30 Uhr im Opernhaus zu sehen.

Karl-Heinz Krauskopf

In der jüngsten „Kontakthof“-Version tanzen 14- bis 18-Jährige – hier ein Szenenbild aus dem Stück, das auch im Film vorkommt. Heute ist die Choreographie noch einmal um 19.30 Uhr im Opernhaus zu sehen.

Berlin. Für Anne Linsel wird ein Traum wahr. Einer, den sie eigentlich gar nicht zu träumen gewagt hätte. Aber auch einer, der sie jetzt, wo er Realität wird, sichtlich stolz macht. Ihr Pina-Bausch-Film "Tanzträume" erlebt seine Uraufführung auf der Berlinale: Am Sonntag, 14. Februar, wird er um 12 Uhr im Friedrichstadt-Palast präsentiert - in der Kategorie "Berlinale special" .

"Eine große Ehre", wie die Wuppertaler Journalistin betont: "Ich kenne die Berlinale aus der Zeit meiner Moderation des ZDF-Kulturmagazins ,Aspekte’. Damals hätte ich nie daran gedacht, nicht als Journalistin, sondern einmal als Filmemacherin eingeladen zu werden."

"Ich danke Pina Bausch für ihr großes Vertrauen. Ihr ist der Film gewidmet."

Anne Linsel über die Gründerin des Wuppertaler Tanztheaters.

Damit, dass nun genau das passiert, hätte Linsel vor acht Monaten noch genauso wenig gerechnet wie mit dem Tod von Pina Bausch. Dass die Star-Choreographin am 30. Juni 2009 einem Krebsleiden erlegen ist, hat die Wuppertalerin persönlich erschüttert. Für die Nachwelt heißt das aber auch: Linsels Dokumentarfilm ist gleichzeitig so etwas wie ein letzter Gruß der weltweit gefeierten Choreographin.

Denn der Film "Tanzträume - Jugendliche tanzen Kontakthof von Pina Bausch" zeigt nicht nur, wie junge Künstler die ersten Schritte in Richtung Rampenlicht wagen - er umfasst auch das letzte Interview, das die Gründerin des Wuppertaler Tanztheaters vor laufender Kamera gegeben hat.

"Sie haben auf sehr natürliche Weise ,mitgespielt’."

Die Filmemacherin über die jugendlichen Tänzer.

"Ich danke Pina Bausch für ihr großes Vertrauen", sagt Linsel im Nachhinein. "Sie hat den Film ermöglicht. Ihr ist ,Tanzträume’ gewidmet." Acht Monate nach dem Tod der Star-Choreographin kommt die Dokumentation nun auf die Leinwand - zunächst in Berlin. Dort wird sie am 21. Februar, 15.30 Uhr, auch in der Kategorie "Generation" vorgestellt.

Fast ein Jahr lang begaben sich 14- bis 18-Jährige aus elf Wuppertaler Schulen auf eine emotionale Abenteuerreise. Jeden Samstag hieß es für die 40 Schüler: Tanzprobe unter der intensiven Supervision von Pina Bausch.

Natürlich soll ihr 89-Minuten-Werk auch in Wuppertal gefeiert werden: Das Heimspiel ist für den 7. März, 12 Uhr, im Cinemaxx geplant. Bundesweit wird der Film von Anne Linsel und Rainer Hoffmann dann am 18.März anlaufen.

Besonders gespannt dürfte nicht nur die Filmemacherin auf die Reaktion des Publikums sein. Auch die Jugendlichen, die sie fast ein Jahr lang begleitet hat und die ihre "Kontakthof"-Version noch bis Sonntag im Opernhaus präsentieren, freuen sich schon auf den Kinostart. Linsel hat sie während der Dreharbeiten ins Herz geschlossen: "Sie haben auf sehr natürliche Weise ,mitgespielt’." Dankbar ist sie auch Jo Ann Endicott und Bénédicte Billiet: Dass die Trainingsleiterinnen "zusätzlich zu ihrer Aufgabe auch noch ein ,lästiges’ Filmteam zwischen den Füßen hatten", hätten sie sich nicht anmerken lassen: "Sie sind sehr kollegial auf unsere Wünsche eingegangen."

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