Sechs Fotografen zeigen Bilder rund um das berühmte Tanztheater.

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Eröffneten die Ausstellung in der Backstubengalerie (von links nach rechts): Laszlo Szito, Rune Speck (alias Heidrun Monsma), Tänzer Jean Laurent Sasportes und Galeristin Christine Ostermann.

Eröffneten die Ausstellung in der Backstubengalerie (von links nach rechts): Laszlo Szito, Rune Speck (alias Heidrun Monsma), Tänzer Jean Laurent Sasportes und Galeristin Christine Ostermann.

Mathias Kehren

Eröffneten die Ausstellung in der Backstubengalerie (von links nach rechts): Laszlo Szito, Rune Speck (alias Heidrun Monsma), Tänzer Jean Laurent Sasportes und Galeristin Christine Ostermann.

Wuppertal. Ein Tänzer steht im strömenden Regen. Sein Oberkörper ist entblößt. Energiegeladen bewegt er seinen muskulösen Körper. Drei Fotos in Serie zeigen diese Szene, eingefangen von dem Fotografen Laszlo Szito: „Ich wollte die Dynamik zum Ausdruck bringen.“

Pina Bausch ist es, die im Mittelpunkt der neuen Ausstellung in der Backstubengalerie steht. Sechs Fotografen haben die weltberühmte Choreographin und ihre Stücke festgehalten und präsentieren Bilder aus vielen verschiedenen Produktionen. „Pina hat eine wichtige Rolle in unserem Leben gespielt“, sagt Rune Speck. Sie zeigt nicht nur Bilder, sondern hat vor allem auch die Ausstellung kuratiert. „Ich wollte eine Verbindung schaffen zwischen der Hochkunst und den Arbeitern, von denen Pina immer so schwärmte.“

Kirschblütenregen, Hängematte und viele Emotionen

Und auch der Zeitpunkt der Ausstellung ist kein Zufall. Am 30. Juni jährte sich Bauschs Todestag zum vierten Mal. Gleichzeitig feiert das Tanztheater seinen 40. Geburtstag – wie die Backstubengalerie selbst auch. Vor 40 Jahren mietete Galeristin Christine Ostermann die Räume in der Nordstadt an. Die gesamte Zeit über war Pina Bausch ein wichtiger Teil der künstlerischen Arbeit. „Wir wollen Pina so nun gedenken“, sagt Speck.

Rolf Ebertowski steuert Nahaufnahmen bei. Gekonnt fängt er Emotionen ein – etwa wenn zwei Männer sich auf dem Boden kniend in den Armen halten oder eine Tänzerin im Kirschblütenregen über die Bühne tanzt. Die Kulisse der Stücke hat auch für Uwe Stratmanns Werke Bedeutung. Die Erde auf dem Bühnenboden im Stück „Sacre du Printemps“ führt er in den Raum weiter, indem er ein Bild auf dicken Karton gedruckt hat: „Die braune Platte kommt der Szene sehr entgegen. Ich habe versucht, Sachen auszustellen, die über ein normales Foto hinausgehen.“

Dicke Plexiglasscheiben hat er vor seinen Bildern angebracht. Statt eines normalen Rahmens erhalten die Werke so etwas „Objekthaftes“. Jörg Lange bringt eine historische Komponente in die Ausstellung. Er zeigt Bilder einer Aufführung von „Iphigenie auf Tauris“ in Paris aus dem Jahr 1991. WZ-Fotograf Andreas Fischer fängt die Leichtigkeit der Stücke ein: Als Hängematte wippt eine Tänzerin auf der Bühne.

Die Ausstellung ist bis zum 21. Juli in der Schreinerstraße 7 zu sehen – mittwochs von 16 bis 19 Uhr, donnerstags und freitags von 17 bis 20 Uhr sowie sonntags von 11 bis 14 Uhr. Danach kann sie bis zum 26. August nach Absprache unter Ruf 744 450 besichtigt werden.
 

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