Können Musik, Tanz und Schauspiel Kriminalität verhindern? Darüber diskutierte Olaf Reitz mit Landtagskandidat Andreas Bialas (SPD).

Können Musik, Tanz und Schauspiel Kriminalität verhindern? Darüber diskutierte Olaf Reitz mit Landtagskandidat Andreas Bialas (SPD).
Schauspiel und Sinfonieorchester tragen zur Imagepflege der Stadt bei, sagt Andreas Bialas (SPD).

Schauspiel und Sinfonieorchester tragen zur Imagepflege der Stadt bei, sagt Andreas Bialas (SPD).

Schauspiel und Sinfonieorchester tragen zur Imagepflege der Stadt bei, sagt Andreas Bialas (SPD).

Schauspiel und Sinfonieorchester tragen zur Imagepflege der Stadt bei, sagt Andreas Bialas (SPD).

A. Schwartz/Archivfotos: A. Fischer/K. Lefebvre, Bild 1 von 4

Schauspiel und Sinfonieorchester tragen zur Imagepflege der Stadt bei, sagt Andreas Bialas (SPD).

„Streit muss sein, das gehört mit zur Demokratie. Man muss andere Argumente mitbekommen als nur die von Regierungen. Genau das grenzt uns von Erdogan und Trump ab“. Entschieden setzte sich Andreas Bialas, kulturpolitischer Sprecher der SPD Landtagsfraktion und Mitglied im Innenausschuss, für die Streitkultur ein. Opposition müsse sein. Mit diesem Statement beantwortete er seine eigene Frage danach, was uns stark macht.

Auch sonst ging es um Grundsätzliches in der Gesprächsrunde im Kontakthof. Mit Schauspieler Olaf Reitz diskutierte er die Frage, ob Kultur Kriminalität verhindern kann. In seinem Prolog macht er deutlich, dass kriminelles Handeln eine menschliche Grundexistenz ist, „das liegt in uns drin“. Die Bekämpfung ist eine Daueraufgabe, man kann sie aber nie auf Null bekommen.

Kunst und Kultur könnte, um dem vorzubeugen, eine gesellschaftliche Aufgabe haben und sollte deswegen auch aus Steuern mitbezahlt werden. „Das Anschauen, Erleben von Kunst und Kultur oder selbst ein Künstler zu werden „könnte eine besondere Relevanz beanspruchen“, so Bialas.

Als positive Beispiele dafür führte er die Pina-Bausch-Produktion „Kontakthof“ mit Jugendlichen und das Pulcinella-Projekt mit Kindern im Opernhaus an. Grundsätzlich wird jemand seiner Meinung erst gar nicht kriminell, wer die drei Wörter tolerieren, annehmen, kennenlernen beherzigt.

Reitz plädierte für eine kulturelle Basisarbeit, wie sie etwa die Alte Feuerwache an der Gathe betreibt. Kinder bekommen dort eine große Aufenthaltsqualität mit kulturellen Angeboten. Beide waren sich einig, dass sozio-kulturelle Zentren wichtig sind. Als aber Reitz über „niedrigschwellige Angebote“ laut nachdachte und hochkulturelle feste Spielstätten für die Zukunft infrage stellte, fiel ihm der Landtagsabgeordnete ins Wort. Ohne Hochkultur gebe es keine freie Kulturszene. Außerdem trügen Schauspiel, Oper und Orchester mit zur Imagepflege von Städten bei.

Man kam auf den sozialen Brennpunkt Berliner Platz zu sprechen. Auf viel Anerkennung stieß Reitz, als er im letzten Jahr am Tag der Heiligen Drei Könige dort mit seiner „Mobilen Oase“ (ein Bauwagen) Station machte und Leute bei seinen Lesungen und Inszenierungen miteinbezog.

Er machte die Erfahrung, dass das Zuhören verlernt wurde. Reden, reden, reden, immer wieder reden. Das betonten beide, um über falsche Verhaltensweisen aufzuklären oder emotionales Sicherheitsempfinden in die richtigen Bahnen zu lenken. Denn beispielsweise, so Bialas, geht man lieber auf den Marktplatz als durch eine Unterführung, obwohl ersterer gefährlicher sei. Oder: Wer ist krimineller, Ex-Manager Martin Winterkorn (VW) oder Uli Hoeneß (Präsident des FC Bayern München)?

Außerdem konstatierte er, dass es eine Verrohung der Gesellschaft nicht gibt. Neugierig war man dann zum Schluss, wofür sich Bialas stark machen will, wenn er bei den Landtagswahlen am 14. Mai wiedergewählt wird. Es ist ja Wahlkampf. Er will Geld nach Wuppertal holen, um Grundfinanzierungen zu ermöglichen. Dazu gehören für ihn in erster Linie Mittel für Kunst und Kultur, Kinder und Jugend, den Sport sowie Sicherheit und Ordnung. Der Orchester- und Theaterpakt soll neu aufgelegt werden, wovon dann auch die Wuppertaler Bühnen mit 400000 Euro profitieren können. Die Beschaffung von finanziellen Mitteln für den laufenden Betrieb des Pina Bausch Zentrums nach seiner Fertigstellung liege ihm am Herzen.

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