Aufgrund von Umbauarbeiten weicht die Bergische Kunstgenossenschaft nach Elberfeld aus. Heute findet dort die erste Ausstellung statt.

Wuppertal. Vom Verpflanzen alter Bäume rät der Volksmund dringend ab. 104 Jahre nach ihrer Gründung bleibt der Bergischen Kunstgenossenschaft (BKG) allerdings keine andere Wahl, als vorübergehend von Barmen nach Elberfeld zu ziehen. Anlass sind die geplanten Renovierungsarbeiten im Haus der Jugend, wo die BKG 1905 im Erdgeschoss gegründet wurde, um nach dem Krieg ihr Studio unterm Dach zu beziehen.

Im Juli 2010 sollen Umbau und Sanierung des Hauses in Barmen abgeschlossen sein. Bis dahin muss die BKG mit dem Kolkmannhaus in Elberfeld vorlieb nehmen. Kein schlechtes Ausweichquartier, wie die 31 Künstler und drei Vorstandsmitglieder der BKG befinden. Harald Nowoczin, 1. Vorsitzender, lobt dabei die ausgezeichnete Kooperation mit dem Kulturbüro der Stadt, namentlich mit Monika Heigermoser, die sich vorbildlich um eine geeignete Übergangsadresse bemüht habe.

40 laufende Meter stehen der BKG in der dritten Etage des Kolkmannhauses an der Hofaue zur Verfügung, eine beachtliche Hänge-Fläche, die zudem wesentlich höher ist als die Wände im alten Studio. Der Lagerraum sei größer, außerdem schätze man die Nähe zum Von der Heydt-Museum und zum Elberfelder Zentrum, sagt Nowoczin. Schließlich befänden sich im Haus Mieter aus diversen kreativen Berufssparten und die von Gerda Breuer geführte Uni-Galerie. Das gesamte Umfeld sei überaus förderlich.

"Der Letzte macht das Licht aus."

Zeichnung im alten BKG-Studio

Schon Mitte Dezember hatte die BKG mit dem Umzug begonnen. Studioleiter und Maler Michael Alles hatte sich dabei um die Installationen im neuen Haus gekümmert. Eine Art künstlerische Bewältigung des Umzugs übernahm Krzysztof Juretko. Im Dezember hatte er die Tänzerin Chrystel Guillebeaud in die leeren Räume eingeladen und dort nach ihren Bewegungen "mit Kohle und Kaffee" Skizzen an die weißen Wände gezeichnet.

Am 1. Februar wird Juretko ab 15.30 Uhr die Tapeten mit den Zeichnungen öffentlich ablösen. Daheim wird er sie weiter bearbeiten und die fertigen Werke Anfang September im Rahmen einer Performance im Kolkmannhaus zeigen. Derzeit zieren die Zeichnungen noch das alte BKG-Studio, samt schriftlichem Hinweis auf alte Gewohnheiten: "Der Letzte macht das Licht aus."

Am Samstag, 24. Januar, um 17 Uhr findet im Kolkmannhaus die Eröffnungsausstellung mit 17 BKG-Künstlern statt - entgegen alter Tradition an einem Samstag statt an einem Sonntag.

Gemütliche Gastro-Adresse vor Ort war das Diebels im Kolkmannhaus, einst Stammquartier der WfW. Die Gaststätte schloss im vergangenen Jahr. Nun hofft das Gebäudemanagement Wuppertal, bis zum kommenden Sommer einen neuen Pächter zu finden, der ein tragfähiges Konzept für die großen Räumlichkeiten vorlegt.

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