Die Geschichte nimmt im zweiten Teil Fahrt auf. Die Besetzung spielt mit packender Energie.

Die Geschichte nimmt im zweiten Teil Fahrt auf. Die Besetzung spielt mit packender Energie.
Kristof Stößel und Teresa Schulz in „Job Suey“.

Kristof Stößel und Teresa Schulz in „Job Suey“.

Andreas Fischer

Kristof Stößel und Teresa Schulz in „Job Suey“.

Das Theater im Tanzhaus heißt jetzt KS Theater und man spielt nun auch in der Komödie Wuppertal. Das Ensemble startete in das Jahr 2018 mit einer typisch angelsächsischen Komödie. „Job Suey – kein Dinner für Sünder“ von Edward Taylor kommt zunächst daher wie eine leichtgewichtige Sitcom.

Die Regie von Michèle Connah zieht der Geschichte nicht den Zahn, spart auch nicht mit Witz und Skurrilität, doch kräftigen Biss spürte man nicht wirklich. Dies lag mehr an der Geschichte selbst, die spät Fahrt aufnimmt und nicht an den schauspielerischen Leistungen. Denn die durch Grippe geplagte Besetzung spielte trotz Heiserkeit durchweg mit packender Energie, belebte die Figuren mit treffsicherer Interpretation.

Da ist der etwas verschrobene, irgendwie infantile Manager Jim Watt (Kristof Stößel) – indes ein Karrieremensch mit zweifelhaftem Charakter. Er hat ein Problem, ein großes Problem. Denn sein Chef Bill Mc Gregor (Steffen Laube) ist ein bigotter unverbesserlicher Puritaner, hasst nichts mehr als unverheiratete Angestellte und will sich vor Ort bei einem Abendessen – und viel Scotch wie sich herausstellen wird – ein Bild von Jim machen.

Jener aber lebt mehr oder minder lose mit seiner Freundin Helen Foster (Teresa Schulz) in wilder Ehe. Der Plan, sie zu überreden, dem aus Amerika angereisten Chef – der aber doch nicht so „heilig“ ist, wie es zunächst scheint – und dessen Frau Nancy (Joelle Bargel) eine Ehe vorzuspielen, muss misslingen. Schon bei dem Versuch stellt sich Watt nämlich derart ungeschickt an, dass man sich fragen mag, wie so einer ein erfolgreicher Geschäftsmann sein will.

Doch es wird nicht besser, denn so sehr der Abend naht, so sehr verstrickt sich Watt in einen Knäuel von Peinlichkeiten. Da sich im Reigen seiner Exfreundinnen keine findet und die zwar ihn anschmachtende Angestellte Terry Pringle (Sabine Reinhardt) zu einer Theaterprobe muss, entschließt er sich kurzerhand, seine – rustikal-patente – Putzfrau Edna Chapman (Ilka Schäfer) als Ersatzehefrau einzuspannen. Die hatte sich ihm förmlich aufgedrängt. Ein fataler Fehler.

Klar ist, dass es noch viel komplizierter wird und Watt am Ende, kurz vor einem Nervenzusammenbruch stehend, zwischen seinen drei „Frauen“ hin- und herjonglieren muss. Klar ist auch, dass Taylors Job Suey eher Fastfood vom Lieferdienst ist als Nouvelle Cuisine. Unterhaltsam indes war es und es gab reichlich Beifall. cogl

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