Schutzzäune sind aufgebaut, Freiwillige wollen die Tiere über die Straßen tragen.

Jedes Jahr werden viele Kröten beim Versuch, Straßen zu überqueren, überfahren. Archiv
Jedes Jahr werden viele Kröten beim Versuch, Straßen zu überqueren, überfahren. Archiv

Jedes Jahr werden viele Kröten beim Versuch, Straßen zu überqueren, überfahren. Archiv

Judith Michaelis

Jedes Jahr werden viele Kröten beim Versuch, Straßen zu überqueren, überfahren. Archiv

Barmen. Wenn im Frühling die Temperaturen langsam Richtung zehn Grad klettern, sprießen nicht nur die Knospen, sondern es machen sich auch die Kröten auf den Weg in ihre Laichgewässer. Wege, die für die Tiere mit Lebensgefahr verbunden sind, vor allem, wenn sie über viel befahrene Straßen führen. Und dabei droht ihnen nicht nur die Gefahr, überfahren zu werden. Auch der geschwindigkeitsabhängige Strömungsdruck der Autos macht den quakenden Kriechtieren zu schaffen. Seit Jahren tritt in Wuppertal das Ressort Umweltschutz zusammen mit der Station „Umwelt und Natur“ auf den Plan und versucht mit der Unterstützung von tierliebenden Menschen, die Kröten vor einem vorzeitigen, gewaltsamen Ende zu bewahren.

Amphibien-Schutzzäune werden an den Gefahrenpunkten aufgebaut und sollen die Frösche daran hindern, über die Straße zu hüpfen. Die bevorzugte Zeit für die Kröten ist die hereinbrechende Dunkelheit, weshalb die Helfer auch mit Taschenlampen ausgestattet sind. Sie sollten zudem eine Warnweste tragen, um nicht selbst zu Schaden zu kommen. „Zum Teil werden die Tiere in Eimern eingesammelt und dann über die Straßen gebracht. Dann können sie weiter zu ihren Laichgewässern kriechen“, verrät Susanne Varnhorst vom Umweltressort der Stadt. Zu den von den Kröten bevorzugten Straßen gehört die Lüntenbeck, wo Freiwillige und Anwohner schon ihre Erfahrungen mit den Kröten haben. „Für das Gebiet Böhler Weg/Bendahler Straße könnten wir noch Hilfe gebrauchen“, so Susanne Varnhorst, die auch den Laakenern ein gutes Zeugnis ausstellt. „Da sind die Anwohner sehr aktiv.“

In Herbringhausen können sich Umweltamt und die Station Umwelt und Natur darüber hinaus auf die Studierenden der Uni Wuppertal verlassen. An der Vogelsangstraße in Elberfeld werden lediglich die mit Planen versehenen Schutzzäune angebracht. „Da brauchen die Kröten gar nicht über die Straße. Im Mirker Hain gibt es ausreichend Laichgewässer.“

Natürlich können Schäden nie ganz vermieden werden, doch Susanne Varnhorst appelliert an die Rücksichtnahme der Autofahrer: „Wenn man entsprechenden Schilder sieht, bitte herunter vom Gas, damit weder Tiere noch die freiwilligen Helfer gefährdet werden.“ Und wann geht die Krötenwanderung los? „Wenn die Abendtemperaturen so bei sieben Grad liegen. Dem Wetterbericht nach könnte es kurz vor Ostern losgehen und auch in der Woche nach Ostern anhalten“, so die Einschätzung der Expertin.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer