Mit einem Kompetenzzentrum und dem Internet will Wuppertal die Freundschaft zu Xinxiang fördern.

Wuppertal. Mit dem „China Competence Center Wuppertal“, einem auf chinesische Benutzer abgestimmten Internetauftritt, einem Schüleraustausch und Delegationen auf Verwaltungs- und Stadtspitze-Ebene will Wuppertal die Kooperation mit China und vor allem der Stadt Xinxiang fördern. Am gestrigen Montag stellte die Stadt ihr China-Konzept vor.

Zentrale Bedeutung kommt dabei einem viele Jahrzehnte verpönten Sohn der Stadt zu: Friedrich Engels (1820-1895), einstiger Ideengeber des Kommunismus. Dass ausgerechnet die CDU-geprägte Wuppertaler Stadtspitze Engels als touristische Attraktion in die Waagschale bei der Werbung um Unternehmen aus dem kommunistischen Staat China wirft, wurde am Montag bei der allwöchentlichen Pressekonferenz des Oberbürgermeisters elegant erklärt. Es gehe um die kulturgeschichtliche Bedeutung Engels’ für chinesische Unternehmer, nicht um die Ideologie, hieß es.

Die Fakten: Im bei Touristen aus Fernost äußerst beliebten Engelshaus wird es demnächst eine Präsentation der Exponate auf Chinesisch geben. Für die Übersetzung soll eine ehemalige Mitarbeiterin am Nationalmuseum Bejing (und nebenbei Ehefrau eines Diplomaten) sorgen.

Im Übrigen setzt die Stadt auf Delegationen, Austausch und Kontakte. Das China Competence Center soll unter anderem willigen Unternehmen aus China helfen, bürokratische Hürden in Wuppertal zu nehmen.

23 Mitarbeiter der Verwaltung bewerben sich für China-Austausch

Die Stadtverwaltung plant nicht nur einen Schüleraustausch, sondern auch einen Mitarbeiteraustausch. 23 Mitarbeiter der Wuppertaler Verwaltung haben sich bislang dafür beworben. Bis zu sechs Mitarbeiter aus Wuppertal sollen für jeweils zwei Monate nach Xinxiang – eine bezirksfreie Stadt mit mehr als fünf Millionen Einwohnern – reisen, heißt es unter anderem in einer zweiseitigen Presseerklärung der Stadt.

Die Internetseite der Stadt Wuppertal soll es für Tourismus, Bildung und Wirtschaft nun auch als chinesische Version online geben. Darüber hinaus ist auch die Internetseite des China Competence Center verfügbar.
www.wuppertal.de
www.ccc-wuppertal.org/

Vielleicht schon in diesem Herbst, spätestens Anfang kommenden Jahres will Oberbürgermeister Peter Jung (CDU) nach Xinxiang reisen. Sein Amtskollege plane einen Gegenbesuch. Kürzlich besuchten übrigens 20 Richter aus der chinesischen Provinz Jiangsu die nagelneue Jugendjustizvollzugsanstalt in Ronsdorf. Ob auch diesbezüglich ein Gegenbesuch geplant ist, wurde am Montag nicht thematisiert. spa

Leserkommentare (3)


() Registrierte Nutzer