Das bergische Wahrzeichen braucht eine General-Sanierung. Jürgen Kucharczyk, SPD-Bundestags-Abgeordneter, bringt dafür eine Finanz-Spritze aus Berlin ins Spiel.

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Eine Attraktion, die Rost angesetzt hat: die 111 Jahre alte Müngstener Brücke.

Eine Attraktion, die Rost angesetzt hat: die 111 Jahre alte Müngstener Brücke.

Christian Beier

Eine Attraktion, die Rost angesetzt hat: die 111 Jahre alte Müngstener Brücke.

Wuppertal/Müngsten. Noch sind die Konjunktur-Milliarden in Berlin gar nicht beschlossen - im Geiste ausgegeben sind sie aber wahrscheinlich schon vielfach. Auch in Wuppertal und seinen Nachbarstädten.

Im Bergischen Großstädtedreieck gehören nämlich nicht nur Schulen, Sporthallen, Straßen und Bahnhöfe zu den Objekten, die dringend Geld für eine Sanierung brauchen könnten: Mit der 111 Jahre alten Müngstener Brücke zählt ausgerechnet eines der bergischen Wahrzeichen zu den Problemkindern.

Allerdings geht es hier um mehr: "Mir ist wichtig, dass wir den bergischen Eisenbahnring fit kriegen", sagt SPD-Bundestagsabgeordneter Jürgen Kucharczyk - "insbesondere die Müngstener Brücke." Denn sollte es einmal zu einer Lastbeschränkung oder sogar Sperrung aus statischen Gründen kommen, wäre die wichtige Bahnverbindung Wuppertal-Remscheid-Solingen mit Anschluss an Düsseldorf und Köln am Ende - ein schwerer Schlag nicht nur für die vielen Pendler aus dem Bergischen in die Rheinschiene.

Generalsanierung mit Neuanstrich ist überfällig

Zwar wurden Schienen und Gleisbefestigung auf der Stahlbrücke in den letzten Jahren erneuert, doch ist eine Durchsanierung samt Entrostung und komplettem Neuanstrich im Grunde seit Jahren überfällig - und die Deutsche Bahn hat immer wieder klar gemacht, dass sie die dafür nötige, voraussichtlich deutlich zweistellige Millionensumme aus Rentabilitätsgründen nicht aufbringen wird.

Gibt es nun eine Chance im Rahmen der angekündigten Konjunkturpakete? "Wir haben die Sanierung der Brücke bei meinem Gespräch mit Verkehrsminister Tiefensee und seinem Parlamentarischen Staatssekretär Ende November zwar angesprochen", sagt Kucharczyk - aber damals sei von einem Konjunkturprogramm noch nicht die Rede gewesen.

Land muss bei der Finanzierung in jedem Fall mitziehen

Die 1897 fertiggestellte Müngstener Brücke ist mit 107 Metern auch heute noch die höchste Eisenbahnbrücke Deutschlands.

Die Brücke ist 465 Meter lang und wurde als "Kaiser-Wilhem-Brücke erbaut. Die Kosten betrugen damals gut 2,7 Millionen Reichsmark. Insgesamt wurden in ihr fast 5000 Tonnen Material verbaut. Während des Baus sollen sechs Menschen ums Leben gekommen sein.

Die Brücke verkürzt seit ihrer Fertigstellung den Schienenweg zwischen Remscheid und Wuppertal auf acht Kilometer. Davor waren es 44 Kilometer mehr.

"Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass man nun überlegt, ein solches Programm für die Sanierung zu nutzen." Der SPD-Abgeordnete für Remscheid, Solingen und Cronenberg will das Thema daher erneut in Berlin auf den Tisch bringen. "Das muss ich aber mit dem Minister selbst besprechen."

Dass die Sorgen aus dem Bergischen bei der Bundesregierung bekannt seien, steht für Kucharczyk fest: "Die Ernsthaftigkeit des Problems ist präsent. Allerdings muss das Land bei einer Umsetzung auf jeden Fall mitziehen."

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