Im Café Ada kündigt sich eine tänzerische Kehrtwende an. Ensemblemitglieder des Wuppertaler Tanztheaters wagen – zumindest auf kleiner Bühne – neue Schritte und nutzen ihre „Frei-Zeit“ für einen Seiten-Sprung zum Ikonoclaste-Festival. Fakt ist: Bis zum Tod von Pina Bausch entstand jährlich ein neues Tanzstück in Wuppertal. Das bedeutete wochenlange, intensive Proben. Der Tod der Tanz-Ikone hat Entscheidendes verändert und Spuren hinterlassen – emotional, aber auch zeitlich gesehen. Mit anderen Worten: So lange auf großer Bühne (noch) kein neues Stück ohne Pina Bausch entsteht, gewinnen die Tänzer Zeit – Zeit für mehr internationale Gastspiele oder aber, wie jetzt, für Auftritte im Café Ada. Dass sie sie nutzen, um nun, zum ersten Mal nach dem Tod ihrer Prinzipalin, in geballter Form Neues in Wuppertal zu präsentieren, ist ein kleiner, aber doch wichtiger Schritt, um dem heimischen Publikum zu zeigen, dass die Spitzentänzer in Wuppertal verwurzelt sind – und bleiben. Für Tanztheater-Fans ist allerdings zu wünschen, dass es bei einer möglichen nächsten Auflage mehr Termine gibt. Denn die Nachfrage ist da. Und so setzen sowohl Tänzer als auch Zuschauer ein Zeichen: Wuppertals Tanzszene ist nach wie vor äußerst lebendig.

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