Lothar Leuschen, Kommentarfoto
Wuppertal

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Schwartz, Anna (as)

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Das war kein guter Tag für das Spitzenpersonal der Wuppertaler SPD, nicht für den nun ehemaligen Chef Dietmar Bell und nicht für den Fraktionsvorsitzenden im Stadtrat, Klaus Jürgen Reese. Die Basis hat am Samstag in Heiner Fragemann und Stefan Kühn nicht nur eine neue Spitze gewählt, sie änderte auch den Kurs der Partei. Nun heißt es: raus aus der Kooperation mit der CDU im Rat. Nicht heute, vielleicht auch nicht morgen, aber spätestens übermorgen.

Die Sozialdemokraten wollen frei sein, frei in der Wahl ihrer Partner, vor allem frei in der Wahl ihrer Gesprächspartner. Das ist die Botschaft des Antrags der Jusos, der mit 62 zu 50 Stimmen angenommen wurde. Er sieht im Grunde vor, die Lage zu sondieren und nach neuen Koalitionen Ausschau zu halten. Wenn die Parteispitze dem Votum der Delegierten folgt, dann sind die Tage von Rot-Schwarz im Rat gezählt. Dabei hatte Dietmar Bell noch für die Zusammenarbeit geworben, die keine Liebesheirat, aber ohne Alternative gewesen sei. Den Grünen sei für eine Mitwirkung sogar ein Dezernentenposten angeboten worden. Vergeblich. Der Mehrheit der Delegierten reichte das als Begründung für ein „weiter so“ nicht aus. Sie will frei nach Willy Brandt mehr Demokratie wagen, nach einer Mehrheit links von der Mitte suchen, zur Not auch mit der FDP.

Offen blieb allerdings, welche anderen Ziele als heute die SPD mit möglichen neuen Partnern erreichen will. Deshalb war das Ja zum Antrag der Jusos letztlich nur ein Nein zur Kooperation mit der CDU. Dieses Votum wird Klaus Jürgen Reese seine gemeinhin unbestritten erfolgreiche Arbeit als SPD-Fraktionschef im Stadtrat nicht leichter und die Kommunalpolitik in Wuppertal womöglich unberechenbarer machen.

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