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Ein Kommentar von Lothar Leuschen.

Ein Kommentar von Lothar Leuschen.

Michaelis, Judith

Ein Kommentar von Lothar Leuschen.

Die Mannschaft spielt fünftklassig in der Oberliga Niederrhein – und ein paar ihrer Fans verhalten sich, als wären nicht Hilden und Sonsbeck die Gegner, sondern Hannover und Schalke. Hundertschaften der Polizei, angetrunkene, prügelwütige Hooligans – wer wollte mit seinen Kindern da noch ins Stadion am Zoo gehen? Leider nicht mehr sehr viele. Die Gefahr scheint zu groß zu sein, zwischen die Fäuste der Chaoten und die Schlagstöcke der Polizisten zu geraten. Es ist erbärmlich.

Und ein Trauerspiel ist es auch. Denn während seriöse Geschäftsleute um den neuen Vorstandssprecher Alexander Eichner versuchen, den Wuppertaler SV durch die Insolvenz in bessere Zeiten zu steuern, torpedieren einige wenige unter den treuesten Fans des Klubs all diese Bemühungen. Auf diese Weise gibt der Wuppertaler Sportverein derzeit ein äußerst diffuses Bild ab. Den Krawallen und den zerstobenen Hoffnungen des Seniorenteams auf einen glücklichen Aufstieg zurück in die Regionalliga West stehen die A-Junioren gegenüber, die sich in der Bundesliga West mit einer stattlichen Punktzahl gleich hinter Vereinen wie Schalke 04, Borussia Mönchengladbach und Borussia Dortmund einordnen. Um die Zukunft des WSV könnte es also sehr gut bestellt sein, wenn nur die Gegenwart nicht so traurig wäre.

Nein, der Wuppertaler SV ist kein Einzelfall. In der Südkurve des Dortmunder Stadions stehen unter 25 000 BVB-Fans auch ein paar Dutzend Neonazis. In Schalke, Gladbach, München und Berlin treffen sich in den Fankurven einige Jahre Knast-Erfahrung. Wie beim WSV. Aber bei dem fallen ein paar Kriminelle unter den wenigen Fans gleich auf, erst recht in der 5. Liga. Die ist große Zuschauerzahlen und gewaltbereite Fans nicht gewöhnt. Aus diesem Dilemma gibt es für den WSV nur einen Ausweg: Erfolg. Noch ein paar Jahre Oberliga sind hingegen sein sicherer Untergang.

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