Kommentar Günter Hiege

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Dass die Wuppertaler Bäderlandschaft im Umbruch ist, ist spätestens seit Vorlage des Haushaltssicherungskonzepts bekannt. Die unmittelbaren Auswirkungen zeigen sich jetzt und paradoxerweise mit einem höchst erfreulichen Ereignis. Das Konjunkturpaket hat es möglich gemacht, auch die Bäder in Cronenberg und am Röttgen zumindest technisch auf den neuesten Stand zu bringen. Damit sind alle fünf Hallenbäder, die die Stadt auf Dauer weiterbetreiben will, saniert. Die Schwimmoper und das Gartenhallenbad in Langerfeld sind auch deutlich verschönert. Wenn erstmals seit vielen Jahren demnächst alle Bäder zeitgleich in Betrieb gehen können, wird es so viel Hallen-Wasserfläche in Wuppertal geben, wie im gesamten vergangenen Jahrzehnt nicht. Allerdings auch so wenig Personal wie nie zuvor. Dass die Bezirksregierung der unter vorläufiger Haushaltsführung stehenden Stadt kein neues Personal genehmigt, ist dabei keine Ausrede, sondern bittere Tatsache. So etwas nennt man auch „kalte Schließung“.

Über die Auswirkung kann man verärgert sein, genauso wie vielleicht über die Tatsache, dass das Bad am Uellendahl nach einem Vertrag mit dem Investor des Einkaufszentrums im Röttgen Bestandsschutz genießt – freilich, es nutzt nichts.

Dass die Betroffenen nicht resignieren, zeigt das große Engagement der Fördervereine, die sich in Ronsdorf und Vohwinkel zum privaten Weiterbetrieb der dortigen Hallenbäder gebildet haben. 385 Mitglieder in Ronsdorf, fast 1000 in Vohwinkel – alle Achtung. In Ronsdorf wurden sogar schon Mitglieder vom städtischen Badpersonal geschult.

Die noch größere Leistung dürfte die Finanzierung werden. Da darf man den Vereinen Verhandlungsgeschick und ein größtmögliches Entgegenkommen der Stadt wünschen. Gelingt es, Lösungen zu finden, wäre Wuppertals Bäderlandschaft für Schulen, Vereine und Bürger sogar reicher als zuvor.

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