Vier Männern vom Balkan sollen in Wuppertal mit Kokain gehandelt haben. Ab Donnerstag wird ihnen der Prozess gemacht.

Illegal: Der Konsum von Kokain ist ebenso wie der Handel damit mit Freiheitsstrafen sanktioniert.
Illegal: Der Konsum von Kokain ist ebenso wie der Handel damit mit Freiheitsstrafen sanktioniert.

Illegal: Der Konsum von Kokain ist ebenso wie der Handel damit mit Freiheitsstrafen sanktioniert.

dpa

Illegal: Der Konsum von Kokain ist ebenso wie der Handel damit mit Freiheitsstrafen sanktioniert.

Wuppertal. Für die Staatsanwaltschaft steht fest: Die vier Männer vom Balkan, die sich ab Donnerstag vor dem Landgericht wegen bandenmäßigen Drogenhandels verantworten müssen, haben seit Frühsommer 2007 in Wuppertal einen schwunghaften Handel mit Kokain aufgebaut. Die Anklage gegen die 40, 33, 23 und 26 Jahre alten Männer dokumentiert wie und wo in Wuppertal Koks verkauft wird.

Laut Staatsanwaltschaft mieteten die Angeklagten beispielsweise an der Wichlinghauser Straße eine Wohnung an. Die diente einzig und allein als Drogendepot. In der sogenannten Bunkerwohnung wurde die jeweils von den Kunden bestellte Menge Kokain abgeholt, dann weiter verteilt.

Nach Ermittlungen der Drogenfahnder wählten die Angeklagten gerne viel frequentierte Orte, um das Koks unauffällig in kleineren Portionen an Straßenhändler - so genannte "Läufer" - weiterzugeben. Das Mc Donalds-Restaurant in der Elberfelder City gehörte demnach ebenso dazu wie die Aral-Tankstelle an der Märkischen Straße und die Shell-Tankstelle an der Schützenstraße. Akribisch haben die Ermittler weitere Übergabeorte zusammengetragen: einen Container an der Rathenaustraße beispielsweise und ein Wohnwagen in der Nähe der Wilkhausstraße.

An 75 Gramm Koks "verdient" der Dealer 3000 Euro

Je nach Geschäftslage wechselten dabei nur wenige "Bubbles" den Besitzer. Die Fälle, in denen es um 50 Gramm und mehr gehen, verdeutlichen die Gewinnspanne der illegalen Deals. So bringen beispielsweise 75 Gramm Koks dem Dealer 3000 Euro.

Die Spirale des Drogengeldes drehte sich nach diesen ersten Deals weiter - bis auf die Straße. Laut Anklage wurde das Kokain zu einem Preis von etwa 50 Euro pro Gramm in der Wuppertaler Rauschgift-Szene verkauft.

An den "Endverbraucher" wird Kokain und Heroin häufig in so genannten Bubbles verkauft. Dabei werden Kleinstportionen in Kunststoff zu Kügelchen gerollt. Die Straßendealer - im Jargon "Läufer" genannt - verkaufen dann aus dem Mund heraus. Kommt die Polizei, wird die Ware heruntergeschluckt.

Für den Prozess sind bislang zehn Verhandlungstage angesetzt. Die lange Dauer erklärt sich mit der schwierigen Ermittlungsarbeit. So sollen die Fahnder über Monate die Telefone der Tatverdächtigen abgehört haben. Sollten die vier Angeklagten auch im Prozess zu den Vorwürfen schweigen, werden die Abhörprotokolle ein zentraler Bestandteil der Beweisaufnahme sein. Und das nimmt viel Zeit in Anspruch.

Im vergangene Frühjahr nahmen die Wuppertaler Drogenfahnder das Quartett hoch. Seither sitzen die vier Männer in U-Haft. Die Ermittler stellten bei zwei von ihnen 12.000 beziehungsweise 10.000 Euro sicher - mutmaßliches Drogengeld.

Den vier Männern drohen hohe Haftstrafen. In der Anklage sind jedenfalls hunderte von Einzeltaten aufgelistet. Und das Wuppertaler Landgericht gilt besonders in Drogenfällen als streng.

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