Das einstige FDP-Mitglied will weiter Politik machen – in welcher Form auch immer.

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Dr. Rolf Köster will Bildungspolitiker werden.

Dr. Rolf Köster will Bildungspolitiker werden.

Gerhard Bartsch

Dr. Rolf Köster will Bildungspolitiker werden.

Wuppertal. In der FDP, genauer in der Wuppertaler FDP, hat er sich "menschlich und inhaltlich" nicht mehr aufgehoben gefühlt. Dr. Rolf Köster, der ehemalige Kreisvorsitzende und Bürgermeister, ist nicht mehr Mitglied in der Partei, für die er Jahrzehnte aktiv war und deren Politik in der Stadt er maßgeblich gestaltete.

Nach dem Zerwürfnis mit der Wuppertaler Partei ist es still geworden um Rolf Köster. Doch das soll sich mit dem anstehenden Kommunalwahlkampf ändern. Noch sitzt Köster im Rat, jetzt als fraktionsloses Mitglied. Und auch in der nächsten Legislaturperiode will er ganz vorne mitmischen. "Ich will nicht nachtreten, es geht mir auch nicht um Vergangenes. Ich richte den Blick nach vorn und konzentriere mich ausschließlich auf das wichtigste Thema für diese Stadt." Für ihn ist das ganz klar die Bildung. Sie habe absolute Priorität, diesem Thema müsse sich alles andere unterordnen.

Wahlprüfsteine zur Bildungspolitik

Schon vor geraumer Zeit hat Köster einen Verein gegründet, dessen Ziel eine überparteiliche Bildungsoffensive ist. Rund 100 Unterstützer hat er nach eigenen Angaben bereits für den Verein gefunden. Mit ihnen sollen jetzt Wahlprüfsteine zur Bildungspolitik aufgelegt werden. "Diese Wahlprüftsteine werden wir mit allen Parteien besprechen. Ziel ist es, Partner zu finden, die diese kompromisslose Favorisierung bildungspolitischer Ziele mittragen." Sollte sich unter den etablierten Parteien keine finden, die bereit ist, alle übrigen kommunalpolitischen Themen der Bildung unterzuordnen, schließt Köster nicht aus, eine eigene Ratsliste aufzumachen. "Die bekommen wir schnell zusammen. Lieber wäre mir aber eine breite parteiübergreifende Unterstützung." Sonntagsreden haben er genug gehört, ohne dass sich etwas bewege. "Wir verlangen, dass das Geld, das noch in die Stadt fließt, für Bildung ausgegeben wird. Schulschließungen darf es nicht geben, ein Schulmittagessen muss es dafür für alle geben."

Dass die Konzentration auf ein Thema weit entfernt von einem kommunalpolitischen Programm ist, weiß Köster. Aber, er geht davon aus, dass es funktioniert. Ganz abwegig ist das nicht, denn das Thema Bildung haben sich auch die übrigen Parteien ganz vorne auf die Agenda geschrieben. Das Hickhack um die sechste Gesamtschule, zeigt, wie ideologisch das Thema nach wie vor besetzt ist. Mit Ideologie hat Köster indes nichts am Hut. Er freut sich lieber über den Erfolg der Junior Uni und über die Tatsache, dass sein Vorstoß heute Thema beim FDP-Neujahrsempfang sein dürfte.

Offen ist noch, ob sich auch die beiden übrigen mit der Partei über Kreuz liegenden Ratsherren, Peter L. Engelmann und Jürgen Henke der Bewegung Kösters anschließen. Für Engelmann wäre das nur folgerichtig. Er ist Vorsitzender des Schulausschusses.

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