Bei einem Einsatz soll der Beamte und eine Kollegin Gäste beleidigt und getreten haben. Im Oktober war er wegen ähnlicher Vorwürfe bereits vor Gericht freigesprochen worden.

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Wuppertal. Im vergangenen Oktober hatte das Amtsgericht einen Polizisten freigesprochen, der sich wegen Körperverletzung im Amt verantworten musste. Jetzt muss der 39-Jährige erneut auf der Anklagebank Platz nehmen. Wieder lautet der Vorwurf gegen ihn - sowie gegen eine Kollegin (32) - Körperverletzung im Amt.

Laut Anklage sollen sich die beiden Polizisten bei einem Einsatz im Februar 2007 wegen Ruhestörung nicht angemessen verhalten haben. In einem Lokal an der Luisenstraße soll der 39-Jährige nach Erkenntnissen der Ermittler eine Frau mit den Worten "Scheiß-Studentin" und "Spinnerin" beleidigt haben. Ohne rechtfertigenden Anlass habe er der Frau dann den Arm so brutal auf den Rücken gedreht, dass sie eine Verstauchung des Oberarms sowie Prellungen erlitt.

Auch gegen einen Kellner ging der Beamte laut Staatsanwaltschaft vor. Ihn soll er an den Hals gefasst, vor sich her gestoßen und in den Hintern getreten haben. Seine Kollegin soll bei dem gleichen Einsatz einen Musiker grundlos ebenfalls in den Hintern getreten haben.

Die Vorwürfe weisen deutliche Parallelen zum ersten Prozess gegen den Polizeibeamten auf. Auch damals soll es, im Rahmen eines Polizeieinsatzes wegen Ruhestörung - der Vorfall hatte sich zwei Wochen vor dem jetzt angeklagten Fall abgespielt - zur unangemessenen Gewaltanwendung gekommen sein. Seinerzeit soll er einen Mann mit dem Kopf so fest gegen eine Hauswand geschlagen haben, dass dieser eine stark blutende Platzwunde erlitt.

Die Blutspuren an der Hauswand waren zwar fotografisch festgehalten, aber in der polizeilichen Anzeige später nicht dokumentiert. Der Angeklagte selbst hatte die Tat bestritten. Weil die Aussagen der vielen Zeugen so widersprüchlich waren, stand für das Gericht am Ende Folgendes fest: Die Verletzungen des Opfers waren fahrlässig entstanden. Wer den Kopf des Mannes gegen die Wand geschlagen hatte, blieb im Verlauf des Prozesses unklar - der Polizist wurde freigesprochen.

Der aktuelle Prozess ist für den 20. April angesetzt. Vielleicht lässt sich dann aufklären, wie es zu den Verletzungen der angeblichen Opfer kam.

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