Zur Einweihung von „Haus Müngsten“ gab es bei der dritten Auflage des Festes erstmals ein dreitägiges Programm

Wuppertal/Solingen. "Eine so perfekte Dramaturgie habe ich selten erlebt", zollte Moderator Stephan Braun am Ende des Feiermarathons der Solinger Lebenshilfe und deren Tochtergesellschaft Integra Solingen Respekt. Sie betreibt im Müngstener Brückenpark die Schwebefähre und die Gastronomie. Damit sich nun zum kleinen Brücken-Bistro, dem Vorläufer des geplanten Besucherzentrums "Haus am Hang", das "Haus Müngsten" mit Biergarten und Restaurant gesellen konnte, hatten sich großzügige Spender für den 2,6-Millionen-Bau gefunden.

Für dessen "maßgeschneidertes Konzept" von der Currywurst bis zur "bergischen modernen innovativen Küche" mit Kartoffelrahmsüppchen lag Gastronomie-Leiter Benjamin Schmidt eine Umfeld- und Gästeanalyse zu Grunde - "damit wir auch den Geschmack der Besucher treffen."

Zur Eröffnung muss dies gelungen sein: Allein am Sonntag seien 15000 Leute da gewesen, habe man anhand der Park-Umsätze ermittelt. Bei dem schönen Wetter haben die 15 fest angestellten Mitarbeiter, davon acht mit Behinderungen, laut Schmidt zeitgleich etwa 400 Besucher draußen und 200 auf den zwei Ebenen innen bedient: "Sie haben Hochleistungen erbracht. Als es so übervoll war", gibt Schmidt zu, "sind wir etwas ins Schwimmen geraten. Da waren die Wartezeiten dann etwas länger."

Mit Hochzeitsfeiern oder Tagungen im Blick ist der Küchenchef optimistisch: "Der Zauber wird heute nicht enden. Er geht im Haus weiter." Ähnlich sieht das Besucherin Daniela Bullock aus Wuppertal: "Das ,Exit’, das früher hier stand, war schon bergisch. Die Brücke ist aus Metall, dazu passt das Gebäude."

"Ist das Kunst?", fragt Besucherin Margit Urbanski zur Stahl-Fassade des neu eröffneten Gastronomie-Gebäudes im Brückenpark. Als sie erkennt, dass das Haus ein Bild mit der Müngstener Brücke geben soll, findet sie die Idee gut. Mit ihrer Freundin Maria Kositza, die sich über die Spazierwege für Jung und Alt freut, hat sie sich ein schattiges Plätzchen gesucht, um den Dudelsackspielern der Clan McLaren Society zu lauschen.

Wie deren Präsident Dieter Deckert ist auch Christoph Donath schon öfter im Park unterwegs gewesen: "Als kleiner Junge mit den Großeltern." Zum Brückenzauber ist er mit Familie aus Unterburg hergewandert, um "Musik ohne Strom" zu hören - etwa Irish Folk von "Fragile Matt". Auch das "HandWerk in Aktion" hat den Donaths gefallen. Zehn Handwerker boten "Kunst" in Form von Bildern, Werkstücken oder auch Falafel-Taschen an.

Frisch gestärkt konnte sich der Nachwuchs bei Mitmach-Aktionen des Solinger Affentheaters austoben, e-ine Luftballon-Figur beim Stelzenläufer ergattern oder Uhu "Momo" bewundern. Der Brückenzauber bot für jeden Geschmack die passende Attraktion.

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