Der Kleingartenverein Springen will einen Landeswettbewerb gewinnen. Am Mittwoch war die Kommission des Ministers zu Besuch.

Begehung: Kleingärtner Kurt Folchert (links) zeigt dem Gutachter Adalbert Niemeyer-Lüllwitz seinen Garten.
Begehung: Kleingärtner Kurt Folchert (links) zeigt dem Gutachter Adalbert Niemeyer-Lüllwitz seinen Garten.

Begehung: Kleingärtner Kurt Folchert (links) zeigt dem Gutachter Adalbert Niemeyer-Lüllwitz seinen Garten.

Uwe Schinkel

Begehung: Kleingärtner Kurt Folchert (links) zeigt dem Gutachter Adalbert Niemeyer-Lüllwitz seinen Garten.

Wuppertal. Politische Korrektheit ist, gelinde gesagt, eine Gratwanderung. Fritz Ortmeier, Vorsitzender im Stadtverband der Wuppertaler Kleingärtner, nahm mit Bravour die sprachlichen Hürden, um dann über den Pferdefuß zu stolpern: "Wir hängen unsere Mitglieder mit Migrationshintergrund nicht groß an die Glocke."

Das beruhigt, wirft aber die Frage auf, warum Integration ein Kleingärtnerthema ist. Die Antwort hält Umweltminister Eckhard Uhlenberg bereit. Seit Montag tingelt in seinem Auftrag eine neunköpfige Bewertungskommission durch 15 Kleingärten in 13 Kommunen - am Mittwoch machte sie Station im Verein Springen an der Oberen Lichtenplatzer Straße.

Der immerhin 90 Jahre alte Verein mit seinen 192 Mitgliedern nämlich bewirbt sich um einen Preis im Landeswettbewerb Kleingartenanlagen, der am 5.September in Düsseldorf vergeben wird. Der Sieger sollte nicht nur Huflattich von Löwenzahn unterscheiden können, sondern sich "durch beispielhafte ökologische, soziale und kulturelle Projekte auszeichnen".

117 Kleingärten mit knapp 7000 Anlagen pumpen Sauerstoff in die Wuppertaler Luft. Die Anlage Springen zeichnet sich dabei durch ihre Traumlage hoch über der Stadt aus, soll sich nun aber auch dank der besagten Mitglieder mit Migrationshintergrund als interkultureller Treffpunkt bewähren. Weitere Kriterien für die Kommission sind städtebauliche Einordnung der Anlage, gesellschaftliche Funktion des Vereins im Sinne sozialer Nachhaltigkeit, ökologische und stadtklimatische Funktion, beispielhafte Projekte im Verein, Gestaltung und Nutzung der Einzelgärten sowie schließlich die Qualität der Präsentation zum Zeitpunkt der Besichtigung.

Diese Präsentation war nicht zuletzt dadurch geprägt, dass die Stadt verzweifelt ums Überleben kämpft und in ihrem Ringen kaum noch Mittel für Kleingartenanlagen erübrigen kann. Entsprechend wichtig sind die Eigeninitiativen der Hobbygärtner. Der Verein Springen kann da beispielsweise eine imposante Treppenanlage vorweisen, aber auch die Sanierung des Vereinsheims oder die Erneuerung der Wegschilder. An ihnen streift die Kommission vorbei, ohne Vorschusslorbeeren zu verteilen: Phloxweg, Gladiolenweg, Zinnientreppe - alle kommentarlos in Augenschein genommen.

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